Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
im Plenum des Reichstags zu entwickeln; denn solcheAusführungen müßten in einer Zeit, wo alles auf dieNerven gestellt sei, bei uns die Zuversicht erschüttern,bei unseren Gegnern die offenbar sinkende Stimmung neubeleben und sie in der Absicht, den Krieg bis zum bitterenEnde fortzusetzen, bestärken. Herr Erzberger hatte esweit von sich gewiesen, seine Kritik in einem weiterenKreise darzulegen. Er hätte um so leichter auf seinenVorstoẞ verzichten können, als ihm die Auffassung desReichskanzlers über die Notwendigkeit, wenn irgend mög-lich, vor dem Winter zum Frieden zu kommen, genaubekannt war.
Der Kanzler blieb den Sitzungen des Hauptausschussesfern. Er hatte sich in einer vertraulichen Besprechung mitden Fraktionsführern am Vormittag des 2. Juli eingehendüber die gesamte Lage ausgesprochen und wollte es ver-meiden, durch seine Anwesenheit im Hauptausschuß einegroße politische Debatte zu provozieren, die auch beiProklamierung der Vertraulichkeit angesichts der erfah-rungsgemäß durchlässigen Wände des Sitzungssaals nurinopportun und schädlich sein konnte. Leider hat er mitseinem Fernbleiben diesen Zweck nicht erreicht.
Die Aufgabe der Abwehr lag auf dem StaatssekretärZimmermann, dem Staatssekretär v. Capelle und mir.Zimmermanns Position im Reichstag, die früher rechtgut gewesen war, hatte einen bedenklichen Stoß erhaltendurch den Optimismus, mit dem er die Möglichkeit einesдоб