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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

Resolution in der vorliegenden Fassung unannehmbar sei,und daß sich am nächsten Tage Gelegenheit geben werde,die Sache in Berlin unter Mitwirkung von Hindenburgund Ludendorff zu besprechen.

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Am nächsten Morgen Freitag, 13. Juli übersandteder Kanzler in aller Frühe dem Kaiser sein schriftlichesAbschiedsgesuch, ohne die Ankunft der beiden Generaleabzuwarten.

Der Kaiser ließ mir im Lauf des Vormittags mitteilen,er habe Hindenburg und Ludendorff ersucht, sich mit mirund dem Chef der Reichskanzlei wegen einer Besprechungmit den führenden Abgeordneten in Verbindung zu setzen.Um 4 Uhr nachmittags besprach ich zusammen mit demUnterstaatssekretär Wahnschaffe im Generalstabsgebäudemit den beiden Generalen die parlamentarische Lage. Vonfünf Uhr ab wurden der Reihe nach die Vertreter dereinzelnen Fraktionen empfangen. Der Feldmarschallmachte seine Ausstellungen an der Resolution und bezeich-nete die Stellen, die nach seiner Ansicht einer Änderungbedurften. Es wurde verabredet, daß bei mir am nächstenTage weiter verhandelt werden sollte. Der AbgeordneteScheidemann sagte mir beim Abschied: ,, Verhandelnkönnen wir, aber geändert kann nichts mehr werden."Ich entgegnete: ,, Das ist nicht das letzte Wort."

Die Besprechungen dauerten bis neun Uhr abends.Während der Besprechungen war Hindenburg abgerufenworden; er kam nach etwa einer halben Stunde wieder.

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