Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
Damit war die Angelegenheit erledigt. Die für dennächsten Nachmittag in Aussicht genommene Zusammen-kunft mit den Rechtsparteien und den Nationalliberalenkonnte sachlich nichts mehr ändern.
Am Donnerstag, 19. Juli, erschien der neue Kanzlerzum erstenmal im Reichstag. In seiner Antrittsrede gaber einen kurzen Überblick über die Kriegslage und ent-wickelte dann in Sätzen, die den Mehrheitsparteien durchden Chef der Reichskanzlei vorher mitgeteilt wordenwaren, seine Stellung zur Friedensfrage. Deutschlandhabe den Krieg nicht gewollt. Es strebe nicht nach Er-oberungen, nicht nach gewaltsamer Vergrößerung seinerMacht. Darum werde es nicht einen Tag länger Kriegführen, wenn ein ehrenvoller Friede zu haben sei. DasGebiet des Vaterlandes sei für uns unantastbar. DerFriede müsse uns die Grenzen des Deutschen Reichesfür alle Zeit sicherstellen. Wir müßten im Wege der Ver-ständigung und des Ausgleichs die Lebensbedingungendes Deutschen Reiches auf dem Kontinent und überSee garantieren. Der Friede müsse die Grundlage füreine dauernde Versöhnung der Völker bieten, derweiteren Verfeindung der Völker durch wirtschaftlicheAbsperrung vorbeugen und uns davor sichern, daß sich.der Waffenbund unserer Gegner zu einem wirtschaftlichenTrutzbunde gegen uns auswachse. ,, Diese Ziele lassensich im Rahmen Ihrer Resolution, wie ich sie auffasse,erreichen."
134