Verschwinden der Friedensneigung
des Kaisers Karl, der sich Lloyd George ohnedies nur ungerngefügt hatte, eine Reaktion eingetreten war; daß die großenErfolge unseres U- Bootkriegs und namentlich die akute Be-drängnis, in die England für die Zeit bis zur neuen Erntesich versetzt sah und der Lloyd George damals in Pariseinen geradezu alarmierenden Ausdruck gab, bei unserenwestlichen Feinden der Neigung für einen billigen Friedender Verständigung Raum zu schaffen begannen. Auch dieKurie sah gerade zu jener Zeit die Aussichten für Friedens-verhandlungen günstiger an. Der neuernannte Nuntius amMünchener Hof, Monsignore Pacelli, kam Ende Juni nachBerlin und knüpfte mit Herrn von Bethmann Besprechungenüber eine Friedensaktion des Papstes an, wobei er andeutete,daß der Papst Grund habe, eine solche Aktion nicht füraussichtslos zu halten. Der Nuntius war von der Aussprachemit Herrn von Bethmann, wie er mir selbst erzählte, inhohem Maße befriedigt.
Nach der Julikrisis und der Friedensresolution war dieLage merklich verändert.
Die angebahnten Friedensgespräche kamen nicht zu-stande oder verliefen ergebnislos.
Keine Hand rührte sich bei unseren Feinden, um in dievom Deutschen Reichstag ausgestreckte Friedenshand ein-zuschlagen. Alles was vom feindlichen Ausland zu unsherüberschallte, gab denjenigen recht, die als Wirkungder Friedensresolution das Gegenteil von Friedensbereit-schaft bei unseren Feinden befürchtet hatten.
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