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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Rundschreiben des Papstes

Übereinstimmung darüber, daß man versuchen müsse, aufGrund der päpstlichen Vorschläge zu Friedensverhand-lungen zu kommen. Es wurde vereinbart, daß eine Verstän-digung über Inhalt und Zeitpunkt der zu erteilenden Ant-wort zwischen den beiden Regierungen stattfinden sollte.Noch ehe die in Aussicht genommenen weiteren Be-sprechungen mit Wien über die Beantwortung der Papst-note eingeleitet werden konnten, bemächtigte sich derHauptausschuß des Reichstags der Angelegenheit. HerrDr. Südekum, der damals den Vorsitz führte, berief densoviel ich weiß, ohne vorherige Ver-Hauptausschußständigung mit dem Reichskanzler auf den 22. August1917. Ich erinnere daran, daß Graf Czernin in seinerRede vom 11. Dezember 1918 Herrn Dr. Südekum nebenHerrn Erzberger als denjenigen deutschen Abgeordnetenbezeichnet hat, mit dem er vor der Friedensresolution.des Reichstags Fühlung genommen hatte, um im Deut-schen Reichstag einen ,, dauernden und kräftigen Ver-bündeten gegen die Eroberungspläne der Militärs" zugewinnen.

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In der vertraulichen Vorbesprechung, die am 21. Auguststattfand, war die Papstnote und die auf sie von derdeutschen Regierung zu erteilende Antwort natürlich derwichtigste Gegenstand. In der Ablehnung einer Preis-gabe Elsaß- Lothringens bestand Einigkeit. Dagegengingen die Meinungen in der belgischen Frage erheblichauseinander. Die Mehrheitsparteien stellten ferner den

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