Beantwortung der Interpellation
Beamten die Freiheit der politischen Gesinnung und Betäti-gung abzusprechen; das würde ja auch im Widerspruchstehen zu den Traditionen seiner Partei. Den Beamtenmüsse es freistehen, innerhalb der Grenzen, die ihnendurch ihren Treueid, ihre Beamtenpflicht, ihren Takt undihre Zugehörigkeit zu unserer staatsbürgerlichen Gemein-schaft gezogen seien, ihre politische Gesinnung zu betätigen.Eine weitere Grenze sei dieser Betätigung darin gezogen,daß kein Beamter seine amtliche Stellung durch Ausübungeines politischen Druckes auf die ihm unterstellten odersonstwie von ihm abhängigen Personen mißbrauchen dürfe.Wo ein solcher Mißbrauch sich zeige, sei der Reichskanzlerentschlossen, für Remedur zu sorgen. In dieser seinerAuffassung wisse sich der Reichskanzler einig auch mitden Bundesregierungen, speziell mit der preußischenRegierung. Zu der Stellung des Reichskanzlers gegenüberder Vaterlandspartei übergehend, lehnte ich es gemäß denIntentionen des Reichskanzlers ab, aus Anlaß der Inter-pellation in eine große politische Debatte über die Kriegs-ziele usw. einzutreten; zu dieser Debatte werde in derkommenden Woche in Gegenwart des ReichskanzlersGelegenheit sein. Als ich am Schluß meiner fortgesetztvon Zwischenrufen unterbrochenen Ausführungen dieHoffnung aussprach, daß meine Erklärungen die Inter-pellanten beruhigen könnten, umtoste mich lärmenderWiderspruch. Ich antwortete:
,, Meine Herren, wenn Sie in die Männer, die an der
189