Wirkung der Interpellation
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und in keiner Weise herausfordernden Ausführungen; dieerbärmliche Heuchelei der linkssozialistischen Lärmmacher,die wie mir bekannt war in Heer und Flotte eineskrupellose Agitation betrieben und sich nun über dieangebliche Förderung der alldeutschen Propaganda ent-rüsteten, das alles erfüllte mich mit Bitterkeit undWiderwillen.
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Der Vorfall wurde von den zahlreichen Gegnern, dieich auch außerhalb der Sozialdemokratie im Reichstaghatte, eifrig ausgenutzt; dazu kam, daß man die Diskussionin Gegenwart des Reichskanzlers zu Ende zu führenwünschte. Die Debatte über die Interpellation wurdedeshalb nicht zu Ende geführt, sondern in verhältnismäßigfrüher Stunde vertagt.
In der nächsten Sitzung am Montag, 8. Oktober, wurdeder zur dritten Lesung anstehende Nachtragsetat, der dieTeilung des Reichsamts des Innern und die Schaffung einerbesonderen Stelle für mich als Stellvertreter des Reichs-kanzlers vorsah, an den Hauptausschuß zurückverwiesen.Man wollte sich dort darüber unterhalten, ob man nachdem Vorgefallenen die für mich bestimmte Stelle nundoch noch ablehnen sollte, und außerdem wollte manvor einer Fortsetzung der Interpellationsdebatte im Plenumweitere Mitteilungen vom Kriegsminister über den Auf-klärungsdienst im Heer, vom Reichskanzler über seineStellung zur alldeutschen Agitation.
Die Aussprache in der Kommission verlief befriedigend.
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