Rücktrittsanerbieten des Vizekanzlers
Graf Hertling antwortete mir noch am gleichen Abendmit folgendem Schreiben:
Berlin, 28. Oktober 1917.
Euer Exzellenz hochgeschätztes Schreiben vom Heu-tigen habe ich zu erhalten die Ehre gehabt und beeilemich, Euer Exzellenz meinen herzlichsten Dank dafürauszusprechen. Die von Euer Exzellenz zum Ausdruckgebrachte Absicht, mir für den Fall der Übernahmedes Reichskanzlerpostens die meiner harrenden Aufgabenin jeder Weise zu erleichtern, weiß ich im vollsten Maßeaufs dankbarste zu würdigen. Wenn Euer Exzellenz da-bei sogar an ein Ausscheiden aus Ihrer jetzigen Stellungdenken, um dadurch etwaige Schwierigkeiten zu be-heben, so möchte ich nicht säumen, Euer Exzellenz zu ver-sichern, wie außerordentlich Wert ich darauf legen würde,die hervorragende Arbeitskraft Eurer Exzellenz nichtmissen zu müssen oder sie jedoch für alle Fälle mir im In-teresse des Reiches in irgendeiner Form erhalten zu wissen.In dem jetzigen Zeitpunkt, in dem die zur Entscheidungstehenden Fragen auch für mich noch vollkommenungeklärt sind, bitte ich Euer Exzellenz nur nochmals,meinen alleraufrichtigsten Dank für die mir bezeugte wahr-haft freundschaftliche Gesinnung entgegenzunehmen.In der ausgezeichnetsten Hochachtung habe ich dieEhre zu sein
Euer Exzellenz ergebenster
Hertling.
213