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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Der Ost- Friede

im Juli 1914 die Brandfackel in das Haus der Völker ge-schleudert hatte, die Waffen niederlegen werde. AlleNachrichten von der russischen Front und aus demInneren Rußlands stimmten dahin überein, daß desrussischen Volkes Kraft und Wille zum Krieg endgültiggebrochen sei, und daß nur eine Regierung sich werdehalten und durchsetzen können, die dem russischen Volkeden Frieden bringe.

Endlich wurde die Aussicht auf die Sprengung desfeindlichen Ringes, die Aussicht auf die Befreiung vondem ungeheuren russischen Druck und auf die Beendigungdes ,, Zweifrontenkrieges" in greifbare Nähe gerückt. Undmehr als das! Nach dem furchtbaren Schlage, den unsereund unseres österreichisch- ungarischen Verbündeten Herbst-offensive dem italienischen Heere in Venetien versetzthatte, war für uns auch an der Südfront die seit zweieinhalbJahren drohende Gefahr abgewendet und freiere Handgewonnen. Zum erstenmal seit Kriegsausbruch zeigtesich für uns die Möglichkeit, unsere Kraft im wesentlichenauf dem für das Schicksal des Krieges entscheidendenwestlichen Kriegsschauplatz zu konzentrieren, wo unsfast die gesamte Macht der Franzosen und Briten mitihren Hilfsvölkern gegenüberstand und wo wir das Ein-greifen der Amerikaner zu erwarten hatten. Dazu ver-sprach der Friede im Osten endgültig die Hungerblockadezu brechen, die immer schwerer auf unserem Volkelastete und unsere Kraft zum Kämpfen und Durchhalten246