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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Der Ost- Friede

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sich zunächst mit dem Abschluß einer Waffenruhe".die vom 7. bis zum 17. Dezember laufen sollte, und reistenzur Einholung weiterer Instruktionen nach Petersburgzurück.

Auch an der rumänischen Front wurde Waffenruhevereinbart.

Die Verhandlungspause wurde von der russischen Re-gierung ausgiebig benutzt, um im Weg der Funkspruch-propaganda die Arbeiter und Soldaten der kriegführendenMächte zu bearbeiten. In einem Funkspruch ,, An Alle"vom 12. Dezember 1917 führte sie aus: Die Verantwortungfür den Sondercharakter des Waffenstillstands treffe dieRegierungen, die sich weigerten, sich an den Verhand-lungen zu beteiligen. Der Friede dürfe keine gewaltsamenAnnexionen bringen. Alle Völker, die sich unterdrücktfühlten, müßten die Möglichkeit erhalten, in freier Volks-abstimmung über ihr ferneres Schicksal Bestimmung zutreffen. Dieser Grundsatz müsse auf die Gebiete allerkriegführenden Staaten ausgedehnt werden, sowohl auf,die Mutterländer wie auch auf die Kolonien. Die Gebiete,die besonders schwer unter dem Krieg gelitten hätten,müßten aus einem internationalen Fonds entschädigtwerden, der von den kapitalistischen Klassen der krieg-führenden Länder aufzubringen sei. Die arbeitendenKlassen der mit Rußland verbündeten Länder seienjetzt durch die Geschichte berufen, ihre ganze Kraftin die Wagschale zu werfen, um ihre Teilnahme an den

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