Der Ost- Friede
die Kämpfe in Finnland unter Mitwirkung russisch-bolschewistischer Truppen fortdauerten, landeten AnfangApril deutsche Truppen in Hangö. Mit deren Unterstützunggelang es der finnischen Regierung, der Rotgardisten Herrzu werden. Mitte Mai waren alle wichtigen Plätze Finn-lands in den Händen der von den Deutschen unterstütztenfinnischen Regierungstruppen; aber an eine völlige Zurück-ziehung der deutschen Truppen war hier, wenn nicht dererzielte Erfolg sofort wieder aufs Spiel gesetzt werdensollte, ebensowenig zu denken wie in der Ukraine.
Ganz besonders schwierig gestalteten sich die Verhältnisse im Kaukasusgebiet. Türkische Truppen bemächtigtensich alsbald nach dem Abschluß des Friedens der nachdem Brester Vertrag von den russischen Truppen zuräumenden Bezirke Erdehan, Kars und Batum. Siemachten auch an den Grenzen dieser Bezirke nicht halt;es bedurfte eines fortgesetzten starken Druckes vondeutscher Seite, um die türkischen Armeeführer, die sichauf strategische Notwendigkeiten, namentlich in Rücksichtauf den Fortgang der Kämpfe mit den Engländern immittleren Mesopotamien, beriefen, einigermaßen zurück-zuhalten. Aus dem Völkergewirr des Kaukasus entstandennach der Auflösung der russischen Herrschaft neue Gebilde.Georgier, Armenier und Tataren suchten eigene Freistaatenzu bilden und sich dann zu einer transkaukasischen Repu-blik zusammenzuschließen. Eine festere Form nahm jedochvon diesen Gebilden nur Georgien an, dessen Unabhängig-346