Die Entscheidung
noch vor kurzem gegen Deutschland, das Land der ,, Ver-brecher und Banditen", gebraucht hatte, waren in dieserLage nicht ganz angebracht. Der Reichskanzler hatte ineinem Interview geantwortet, nach jenen Schmähungen desbritischen Premiers sei klar, daß für uns ein Verhandelnmit Männern derartiger Gesinnung ausgeschlossen sei.Lloyd George mußte sich in Rücksicht auf Strömungen inseinem eigenen Lande hüten, den Bogen zu überspannen.
Als er am 5. Januar vor den Vertretern der Gewerk-schaften erschien, um bei diesen Stimmung für die ge-planten großen militärischen Neuforderungen zu machen,dämpfte er merklich den Ton. Seiner Rede gab er be-sonderen Nachdruck durch die Erklärung, daß sie dasErgebnis von Besprechungen mit Vertretern der Arbeiter-partei, ferner mit Asquith und Grey sowie mit Vertreternder großen Dominions sei, also nicht nur die Meinung derRegierung, sondern des ganzen Britischen Reiches wieder-gebe. Er führte aus: Mit dem größten Widerstreben sei Eng-land in den Krieg eingetreten, nur um die Verträge aufrecht-zuerhalten, auf denen die Ordnung Europas beruhe unddie Deutschland zertreten habe. Es sei nicht EnglandsAbsicht, Deutschlands Stellung in der Welt zu erschütternund zu vernichten; nur Deutschlands Streben nach einermilitärischen Vorherrschaft müsse gebrochen werden.Auch sei England nicht in den Krieg gegangen, um diemonarchische Verfassung Deutschlands zu zerstören; essei allerdings seine Meinung, daß die Annahme eines364