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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Die Entscheidung

drängten ihnen über die von der Lys durchströmte wasser-reiche Niederung nach. Bereits am 11. April mußte Ar-mentières, von drei Seiten eingeschlossen, kapitulieren.Am 16. April wurden die Höhen des Wytschaetebogensund Paeschendaele gestürmt und die wichtige StadtBailleul genommen. In wenigen Tagen war die ganzeGegend um Ypern, die uns Engländer und Belgier in denfünfmonatigen Kämpfen der zweiten Hälfte des Jahres1917 mit ungeheuren Opfern Schritt für Schritt abge-rungen hatten, wieder in unseren Händen. Am 25. Aprilstürmten preußische und bayrische Truppen die beherr-schende Höhe des Kemmelberges und das Dorf Kemmel.

Aber auch hier kam jetzt in dem schwierigen Geländedie Bewegung ins Stocken. Es gelang den Feinden, denBogen Ypern- Hazebrouck- Béthune zu halten. Die über-schwenglichen Hoffnungen, die nach dem glänzendenAnfangserfolge auf einen Durchbruch bis zur Küste undein Aufrollen der flandrischen Front gesetzt wurden, er-füllten sich nicht. Auch eine Flankierung der feindlichenStellungen bei Arras, wie sie wohl im Plane unserer OberstenHeeresleitung gelegen haben mag, mit der Wirkung, daßdieser Frontteil ins Wanken gebracht und damit die Ein-heit der Aktion mit dem großen Vorstoß zwischen Scarpeund Oise hergestellt worden wäre, wurde nicht erreicht.Auch hier gelang es dem Feind, sich in rückwärtigen Stel-lungen festzusetzen und rechtzeitig ausreichende Reservenheranzuholen. Abermals zeigte sich, daß die Masse unserer

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