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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Die Entscheidung

Natürlich konnten auch die größten Kraftanstrengungender Franzosen, Engländer und Amerikaner die Lage aufdem Kriegsschauplatz nicht sofort entscheidend beein-flussen. Sie brauchten Zeit für ihre Auswirkung. Zunächstwaren jedenfalls die Heere unserer Feinde so stark mit-genommen, daß sie in der langen Pause, die nach dem Fest-laufen unserer flandrischen Offensive eintrat, keinen ernst-lichen Versuch machten, die Initiative wieder an sich zureißen oder wenigstens durch stärkere Angriffsaktionendie deutsche Heeresleitung in der Vorbereitung eines neuenOffensivschlages ernstlich zu stören.

Auch die deutschen Heere waren durch die beidengroßen Angriffe geschwächt. Die Verbände mußten auf-gefüllt werden und sich erholen, Material und Munitionmußten ergänzt werden. Jeder neue Schlag bedurfte zudemder sorgfältigsten Vorbereitung, um einen dem großenAufwand und den unvermeidlich großen Opfern ent-sprechenden Erfolg nach Möglichkeit zu sichern.

So kam das Ende des Monats Mai heran, ohne daß seitder Erstürmung des Kemmelbergs eine der beiden Par-teien eine größere Kampfhandlung unternommen hätte.

Dann aber brach der Sturm von neuem los, dieses Malmit einer Wucht, die selbst den furchtbaren Anprall derMärzoffensive übertraf.

In der Frühe des 27. Mai zerhämmerten die deutschenGeschütze mit gewaltigem Feuerschlag die französisch-englischen Stellungen zwischen Laon und Reims. Dem

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