Deutsche Erfolge. Ruhiges Abwarten der Feinde
erstenmal wieder brachten Tausende von Flüchtlingenaus den neuen Kriegsgebieten den Jammer des Kriegesund die Nähe der Gefahr unmittelbar vor die Augen derPariser Bevölkerung. Aber gegenüber dem Sturm töd-licher Besorgnis bewahrte die französische Regierungund, ihr folgend, die große Mehrheit des Parlaments unddes Volkes auch in dieser schweren Lage ruhige Nervenund feste Entschlossenheit. Clemenceau selbst reistesofort nach Eingang der ersten Hiobsbotschaften zurFront und entging mit knapper Mühe der Gefangen-nahme durch eine deutsche Kavalleriepatrouille. Vonder Kammer, die ihn über die militärische Lage inter-pellieren wollte, verlangte er Mut und Vertrauen. Erkönne keine Erklärungen über die militärische Lage ab-geben. Der Augenblick sei furchtbar, aber der Heldenmutder französischen Soldaten stehe auf der Höhe der Lage.Die Regierung werde nicht die Feigheit begehen, Befehls-haber zu strafen, die sich für das Vaterland verdient ge-macht hätten. Die französischen und englischen Kräfteerschöpften sich, aber das gleiche gelte auch von den Deut-schen. Die amerikanische Hilfe sei jetzt der entscheidendeFaktor, und die Amerikaner seien entschlossen, ihre ganzeKraft an den Sieg zu setzen. Clemenceau schloß mit denWorten:
,, Wenn ich meine Pflicht nicht getan habe, dann jagenSie mich fort. Wenn ich aber Ihr Vertrauen besitze, dannlassen Sie mich das Werk unserer Toten vollenden!"
409