Die Lage Sowjetrußlands.
Im Südosten waren die Kosaken unter Alexejew, Dutow,Denikin und Krasnow im Vordringen. Die Gefahr wargroß, daß sie sich bei Zarizyn am Wolgaknie mit denTschecho- Slowaken vereinigen und so das bolschewistischeRußland von der Verbindung mit dem Kaspischen Meerund Baku abschneiden könnten. Mit Baku selbst waren.die Verbindungen unterbrochen. Genaues über das Schicksalder Stadt war nicht zu erfahren. Bald hieß es, die Armenierhätten sich der Herrschaft bemächtigt und die Engländer,die in Rescht, an dem persischen Südufer des KaspischenMeeres standen, herbeigerufen, bald sollten die Türkenunmittelbar vor Baku stehen oder gar Baku bereitsgenommen haben.
Im Norden rückten Ententetruppen von der Murman-küste aus in Richtung Petrosawodsk und Petersburg vor.Anfang August besetzten die Engländer Archangelsk amWeißen Meer und setzten sich von dort in Marsch gegenWologda.
Die Rote Garde schlug sich fast überall schlecht. AusPetersburg und Moskau wurden die Lettenregimenter ab-gezogen und als ,, Korsettstangen" zwischen den Rot-gardisten eingesetzt. Unter den Letten selbst herrschtezunehmende Unzufriedenheit mit dem bolschewistischenRegiment, dessen stärkste und treueste Stütze sie bishergewesen waren. Die Unzufriedenheit ging so weit, daßangesehene Lettenführer bei uns Fühlung suchten undsich bereit erklärten sich mit ihren Truppen zu unserer
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