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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Tschitscherin bittet um bewaffnete Intervention

Murman nach Petersburg frei und ein schleuniges Ein-greifen unsererseits erwünscht sei; daß ferner in Wologdader Kriegszustand erklärt sei und er mich bitten müsse,unsere Unterkommission für Kriegsgefangene von dort

zurückzuziehen.

Nicht minder Sorge machte ihm der Südosten. SeineRegierung habe sich entschlossen, auf der bisher von ihrmit allem Nachdruck verlangten Räumung von Rostowund Taganrog durch unsere Truppen nicht zu bestehen,sondern sich mit der von uns angebotenen freien Benutzungder Bahnlinien zu begnügen, vorausgesetzt, daß sie durchuns ,, von Krasnow und Alexejew befreit" würde. BeideGenerale spielten unter einer Decke, obwohl Alexejewententefreundlich sei und Krasnow sich den Anscheingebe, zu uns zu halten, und von uns Unterstützung annehme.Auf meine Fragen präzisierte er schließlich unser von ihmgewünschtes Eingreifen dahin: ,, Aktives Eingreifen gegenAlexejew, keine weitere Unterstützung an Krasnow."Auch hier komme aus denselben Gründen wie im Nordenkein offenes Bündnis, sondern nur eine tatsächlicheKooperation in Frage; diese aber sei notwendig.diesem Schritt erbat also die Bolschewikiregierung diebewaffnete deutsche Intervention auf großrussischemGebiet. Ein schlagender Beweis dafür, wie hoch ihr dasWasser stand.

Mit

Nicht tröstlicher war die Lage für die Sowjetregierungim Innern.

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