Die Entscheidung
versuchte. Die Beruhigung gelang nur mangelhaft. DieTatsache, daß es in der schweren Lage, in die wir durchdie militärischen Rückschläge versetzt waren, zu einemdie Festigkeit unseres Bündnissystems diskreditierendenSonderschritt hatte kommen können, gab dem wankendenVertrauen in die Reichsleitung einen neuen Stoß.
Zunächst begnügte man sich mit dem Beschluß der als-baldigen Einberufung des Hauptausschusses des Reichstags.Noch ehe der Hauptausschuß zusammentrat, gab dieReichsregierung eine offizielle Antwort auf die WienerFriedensnote; sie ging dahin, daß die Aufnahme frühererFriedensschritte bei unseren Gegnern nicht ermutigendsei, daß aber die Kaiserliche Regierung den neuen Versuchmit dem aufrichtigen Wunsch begleite, daß er dieses Malden erhofften Erfolg finden möchte; Deutschland seibereit, an dem vorgeschlagenen Gedankenaustausch teil-zunehmen.
Sehr eilig mit seiner Stellungnahme hatte es der PräsidentWilson. Schon am 17. September ließ er durch den Staats-sekretär Lansing die Antwort an die Wiener Regierungveröffentlichen. Sie lautete: Er habe wiederholt dieBedingungen bekanntgegeben, auf Grund deren dieVereinigten Staaten einen Frieden in Erwägung ziehenwollten. Die Unions- Regierung könne und wolle keinenVorschlag zur Abhaltung einer Konferenz annehmen ineiner Angelegenheit, in der sie ihre Haltung und ihreAbsichten deutlich zu erkennen gegeben habe.
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