Aufreizung des Volkes gegen seine Machthaber
übergeben wollte. Es verschlug nichts, daß die Taten mitdiesen gleißenden Worten nicht im Einklang standen;es verschlug nichts, daß seit unserem Ersuchen um Waffen-stillstand vom 5. Oktober Woche auf Woche verging, ohnedaß unsere Feinde sich beeilten, dem sinnlos gewordenenMorden ein Ende zu machen; es verschlug nichts, daß jeneedlen Menschenfreunde das deutsche Heer, dessen kampf-loser Rückzug hinter die Reichsgrenze ihnen angebotenwar, Stunde für Stunde mit einem unaufhörlich nieder-prasselnden Hagel von Geschossen aller Kaliber überschütte-ten, daß sie Woche auf Woche durch hinhaltende Rückfragenden Zeitpunkt hinausschoben, der den verderbenspeiendenFeuerschlünden Einhalt gebieten sollte. Unser Volk warin seinen blind gewordenen Massen auch durch diesenhandgreiflichen Beweis des Kriegs- und Vernichtungs-willens unserer Feinde nicht mehr zu belehren. Im Gegen-teil, statt daß jenes Hinauszögern von Waffenstillstandund Friedensverhandlungen und die offenbar absichtlicheVerlängerung des Menschenmordens unserem Volk dieAugen über die wahre Gesinnung und die wahren Pläneunserer Feinde geöffnet hätte, vollendete der über Heimatund Heer verhängte Druck der Ungewißheit im Vereinmit der hilflosen und jammervollen Haltung unserer,, Volksregierung" gegenüber den uns von Herrn Wilsonmit jeder seiner Noten angesonnenen Demütigungen dasWerk der Zermürbung und des Zusammenbruchs.
Der Kaiser, der alsbald nach der Verabschiedung des
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