empfindenden Herzen, sie sind groß und ernst, abernicht minder zart und weich, und stets wahr und echt.Den herrlichsten Schatz seiner Kunst legte er in seinenKirchencompositionen nieder. Jeden Sonntag wurdeeine Cantatc ausgeführt, die meistens aus einem Chor,mehreren Sologesängen und einem Schlußchoral be-stand und nach Verabredung mit dem Geistlichen sichdem Inhalt der Predigt genau anschloß. Nur dieunerschöpfliche Erfindungskraft und die tiefe Meister-schaft Bachs konnte einer solchen Aufgabe genügen.Ueber ^iOO solcher Kantaten hat er geschrieben, dieleider nur zum Theil erhalten sind. Bedeutender durchUmfang und Gehalt waren die Passionsmusiken, welcheam Charfreitag aufgeführt wurden, so daß an dieunveränderte Erzählung des Evangelisten an geeignetenStellen sich Betrachtungen in Form von Arien, Chörenund Chorälen anschließen. Die beiden noch vorhan-denen Passionsmusiken nach Matthäus und Johannesgehören durch die Tiefe und Originalität der Erfindungnnd künstlerischen Ausführung unbedingt zu den größ-ten Leistungen, welche die deutsche Kunst überhaupthervorgebracht hat. Ihnen schließt sich die großartigeMesse in U woll würdig an.
Bach war auch anerkannt ver größte Orgel- undKlavierspieler seiner Zeit. Ein berühmter Virtuoseauf der Orgel, Marchand, den er in Dresden zueinem Wettstreit aufforderte, verließ, nachdem er Bachgehört, heimlich die Stadt und stellte sich nicht. Fried-rich der Große ließ ihn nach Berlin kommen und sprachlaut seine Bewunderung für ihn aus. Er erfand eineneue Art der Fingersetznng, durch welche er der Schöpferdes heutigen Klavierspielers geworden ist. Seine zahl-reichen Kompositionen für Klavier und Orgel sind nochheute eine Aufgabe für den Virtuosen, aber sie ver-langen noch mehr einen gebildeten Musiker, denn injedem spricht sich die vollendete Meisterschaft des ernstenKünstlers aus.
Bach war zweimal verheirathet; in der ersten Ehewurden ihm 7, in der zweiten 13 Kinder geboren.Mehrere von seinen Söhnen widmeten sich der Musikund fanden zum Theil lebhaftere Anerkennung als er;keiner ist dem Vater auch nur von fern nahe gekommen.
Ein Denkmal ist Bach in LeZ^ig neben der Tho-masschule errichtet; das beste stiftete ihm die 1850 er-richtete Bachgesellschaft in Leipzig durch eine würdigeHerausgabe seiner Werke.