Druckschrift 
Zweihundert deutsche Männer in Bildnissen und Lebensbeschreibungen / hrsg. v. Ludwig Bechstein
Entstehung
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»ahm, das er bis zum Jahre 1554 verwaltete. Da»»aber zog es ih» doch wieder »ach seinem liebe» Erfurt zurück, obscho» er i» Nürnberg sich ungleich besser ge-standen hatte. Die von Freunden erregten, von ihm selbstfreudig gehegte» neuen Hoffnungen auf Erfurt erfülltensich indeß dein Dichter nicht, und er war mit den Sei-nen oft bitterem Mangel ausgesetzt. Da berief derhochherzige Landgraf Philipp zu Hessen Eoban als Pro-fessor der Poesie, Rhetorik und Geschichte 1556 nachseiner mit Vorliebe gepflegten Hochschule Marburg , fandpersönliches Wohlgefallen an dem vielerfahreuen offnenund freimüthigen Manne, mit dem er gern Schach spielte, und bedauerte es aufrichtig, daß schon nach4 Jahren, 1540 der Tod nach einer verzehrendenKrankheit, an der Eoban ein ganzes Jahr litt, diesen

der jungen Hochschule entriß, sorgte auch väterlich fürWittwe und Kinder des Hinterlassenen, der, wie zu-meist die Poeten, den Seinen nichts hinterließ undnichts hinterlassen konnte. Camerarius , der einst auseiner Reise mit dem lebensheilern Eoban die ganzereichliche Zeche bezahlen mußte, weil er Geld hatte undEoban keins, hat seines Freundes Leben beschrieben.Eoban zeichnete sich als Schriftsteller, besonders alslateinischer Dichter, so daß man ihn den deutschenOvid nannte, vielfach aus. Seine lateinischen Ueber-setzungen der Jlias und der Idylle» Theoerits, sowieseine lateinischen Elegien, namentlich seine SchilderungNürnbergs , sind mit Recht gerühmt. Auch hinterließer trotz seines martialischen Aussehens den Nachruhmeines sanften und durch und durch humanen Charakters.