an Truppenzahl ihm weit überlegene Ncichsarmce, mitder umsichtvollsten Tactik, nnterstütztc den RückzugFriedrich's II. nach Schlesien , wobei er das Hinter-treffen befehligte und Sachsen sicherte, welchen BesitzPrinz Heinrich auch nach der Hand und »ach Eröffnungdes Feldzugs von 1750 behauptete. Als der Könignach der Niederlage bei Kay am 28. Juni 1750 sichgenöthigt sah, durch ein Heer die Mark Brandenburg.zu decke», war es wieder Prinz Heinrich, der ihm 25Schwadronen Reiter und 16 Bataillone Fußtrnppenzuführte. Der König stellte sich an die Spitze dieserTruppen, und sein Bruder übernahm den Oberbefehlüber die Armee, welche bisher der König befehligthatte. Er führte nun, bald vertheidigend, bald zurechter Zeit angreifend, einen Krieg, in dem er seinganzes glänzendes Felbherrntalcnt entfaltete, und bliebauch nach der unheilvollen Schlacht bei Knnersdorfuucntmuthigt, gewann durch strategische klug überlegteOperationen Zeit und mit dieser für den schwer durchsein Geschick niedergebeugten König alles, so daß alleEiusichtvollen dem Prinzen Heinrich willig das Ver-dienst zuerkannten, das Vaterland gerettet zu haben.Von diesem höchsten Ruhme, den ein Sterblicher er-reichen kann, umglänzt, folgte Prinz Heinrich seinemerhabenen Berufe im Feldzugc von 1760 gemessenenSchrittes, in dem er meist Vertheidigungsweise sichgegen die Russen in Schlesien , dann gegen das öster-reichische Heer in Sachsen verhielt, und erst 1762 zuAngriffen schritt, welche das Glück begünstigte. Dergroße Kriegsherr, der König selbst, zollte seinem Bruderdie aufrichtigste, bewundernde Anerkennung, das höchsteLob, er nannte ihn den einzigen Feldherrn ohne Tadelin den bisherigen Kriegen, und so trug Prinz Heinrichnach dem Hubertusburgcr Friedensschluß seinen vollenRuhmcskranz in glückliche Friedensjahre hinüber. SeinNheinsbcrg wurde sein Muscnfltz und sein Tempel; wieaber nach dem Ausspruch jenes griechischen Weisen keinMensch vor dem Tode glücklich gepriesen werden soll,so blieb es auch dem Prinzen nicht erspart, Dornenauf seinem Wege zu finden, denen kein großer undbedeutender Mann entgeht, selbst wenn sein Erdenloosein seltenglückliches zu nennen ist. Prinz Heinrich sahsich durch Ränke und Kabalen unwürdiger Freunde inmanche Verdrießlichkeit verwickelt, die in der Trennungvon seiner Gemahlin und der Zerstörung seines Fami-lienglückö ihr Endziel fanden. Nur Wissenschaft, Phi-
losophie und Künste, darunter vornehmlich Malereiund Musik entschädigten theilweise für ein verlorenesGlück, und der für ideale Freundschaft schwärmendeSinn wußte für die entschwundene Liebe Ersatz zu ge-winnen. Im Jahre 1770 besuchte Prinz Heinrich seineSchwester, Louise Ulrike, die Königin von Schweden ,Gemahlin Friedrich's von Holstein-Gottorp; empfingin Stockholm ehrenvolle Einladung der Kaiserin Ka-tharina, und half auf diplomatischem Wege mit zurTheilung Polens , die ganz zur Zufriedenheit seinesBruders, des Königs, veranstaltet wurde. Als 1778der bayerische Erbfolgekricg ausbrach, eilte Prinz Heinrichwieder zu den Waffen, vereinigte sein Heer mit demdes Königs von Sachsen, rückte in Böhmen ein, woer sich wegen Mangel an Lebensbcdarf nicht auf dieDauer behaupten konnte, und half den Frieden vonTeschcn zu Stande bringen.
In geheimer diplomatischer Sendung, deren Zweckaber umschleiert blieb, reiste Prinz Heinrich von Preußen 1784 an den Hof zu Versailles . Preußen wollte sichgern mit Frankreich insgeheim gegen Oesterreich ver-binden, aber es war dazu schon zu spät; der schwacheKönig von Frankreich konnte bereits nicht mehr freihandeln, und seinem Kabinct mangelte so Einsicht,wie Thatkraft.
Mit dem 1786 erfolgten Tode König Friedrich II. schloß sich die staatsmäunische Wirksamkeit des PrinzenHeinrich; er hatte nicht geringe Lust, aus manchenGründen Preußen und Deutschland ganz zu verlassen,und sein Leben in Frankreich zu beschließen, für dessenLand, Volk und Sprache er die große Vorliebe mitseinem Bruder theilte, und ging wirklich 1788 nachParis , von wo ihn aber bald der Ausbruch der Re-volution wieder vertrieb. Der Prinz wählte nun seinschönes Rheinsberg zum dauernden Aufenthalt, gestaltetedieses Schloß zu einem Asyle der Musen, hielt sich fernvon politischem Einfluß, und sah ungleich mehr miß-billigend als billigend die kriegerischen BewegungenPreußens gegen Frankreich , denen seine Einsicht guteErfolge nicht voraussagen konnte. Prinz Heinrich er-lebte noch die vcrheißungreiche Thronbesteigung KönigFriedrich Wilhelm III. von Preußen und beschloß seinLeben als ein Weiser, dem es vergönnt ward, aufseinen Lorbeeren ausruhend auf ein edles Leben vollThatenglanz und auf die Uebung aller patriotischen Tu-genden zurückzublicken.