Johann Ernst, Herzog zu Sachsen.
Geb. d. 21. Febr. 1594, gest. d. 4. Dez. 1626.
Der älteste jener heldenmüthigen und hochherzigenSachsenherzoge, welche in der Geschichte des dreißig-jährigen Krieges als Führer ausgezeichnet hervorragenund Blut und Leben für die Sache des evangelischenGlaubens einsetzten.
Johann Ernst war der Sohn Herzog Johann's III.,des Begründers der neuen Linie Sachsen Weimar; erwurde zu Altenburg geboren und folgte seinemVater, als dieser die Residenz von Altenburg nachWeimar verlegte, dorthin. Leider verloren die fürst-lichen Kinder den Vater schon im Jahre 1605. EinerZeitsitte gemäß, das Rectorat der Hochschule Jena demLandesregenten zu übertragen, empfing Herzog JohannErnst dieses Ehrenamt in seinem vierzehnten Jahre,trat im achtzehnten eine Reise durch Frankreich, Eng-land und Holland an und legte nach seiner Rückkehrdas erwähnte Rectorat wieder nieder, wobei er einetreffliche lateinische Rede über die Mcijestät des rö-mischen Kaisers hielt. Im folgenden Jahre trat Jo-hann Ernst die Regierung der gemeinschaftlichen Landean und übernahm die Vormundschaft über seine Brüder.In Gemeinschaft mit diesen ward er der Stifter des
Palmenordens oder der fruchtbringenden Gesellschaft,zu der Caspar von Teutleben zuerst angeregt hatte. DerHerzog gab diesem Orden den Glanz seines Namens,indem er die Mitgliedschaft und das naturgemäß ihmzustehende Protcctorat annahm. Der Orden war am24. August 1617 zu Weimar selbst begründet wordenund zählte auch die Fürsten zu Anhalt, des HerzogsOheime von mütterlicher Seite, zu seinen Mitgliedern;Johann Ernst führte den Ordensnamcn «der Keimende».Bald aber sollte er auf ernsteren Gebieten, als aufdenen des etwas tändelnden und poesielosen Ordenssich bewegen.
Das Jahr 1617 brachte, nachdem die evangelischeLehre gerade ein Jahrhundert Dauer gehabt und durchalle Zeitenstürme siegreich hindurchgedrungen war, diefolgenschweren Unruhen und Glaubensbedrückungcn inBöhmen, und Johann Ernst und seine jungen Brüderrichteten ihre Blicke auf ihre großen Ahnherren, welcheder Sache des Evangeliums Blut und Leben geweihthatten. Johann Ernst sah mit tiefem Unmuth, wieder Kaiser den evangelischen Glauben und die deutscheFreiheit zugleich bedrohte, und mit ritterlichem Sinn