Druckschrift 
Zweihundert deutsche Männer in Bildnissen und Lebensbeschreibungen / hrsg. v. Ludwig Bechstein
Entstehung
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Ernst, Graf von Mansfeld.

Geb. 1585, gest. d. 20. Nov. 1626.

Ernst, Graf von Mansfeld, entstammte einem Hel-dengeschlechte, das schon in frühen Vorzeittagen durcheinzelne Glieder seinen Namen rühmlich bekannt machte,so Hoyer, der leidende Held der Schlacht am Welpes-holze; so Albrecht und Gebhard, das reformatorischgesinnte Brüderpaar, die Sieger im Bauernkriege; soauch Volrath, Albrechts Sohn, der Retter deutscherReiter im verderblichen Hugenottenkriege.

Ernst war der natürliche Sohn Peter Ernst's,Grafen von Mansfeld, Statthalters von Luxemburg,und einer Dame aus edelm Geschlecht zu Mecheln. Erz-herzog Ernst von Oesterreich, Gouverneur der Nieder-lande, hob dieß Kind feuriger Liebe aus der Taufe,und erzog es in der katholischen Religion und für denKriegsdienst. Als Ernst von Mansfeld in letzterem soweit heran gereist war, daß er bereits nicht unbedeu-tende Dienste in verschiedenen Feldzügen leisten konnteund leistete, diente «r dem Kaiser Rudolf II. in denNiederlanden wie in Ungarn, dann auch dem Königevon Spanien. Kaiser Rudolf verlieh dem jungen Heldendie Rechte ehelicher Geburt, aber er verweigerte ihm

dennoch die früher ihm zugesagte Einsetzung in dieGüter seines 1004 verstorbenen Vaters, die er aufden Grund der ersten Verleihung beanspruchte, unvnun schwur sich Graf Ernst von Mansfeld zum unver-svnlichcn Feind des Kaiserhauses, wie zum Feind deskatholischen Glaubens, und hielt seinen Schwur miteiner Festigkeit und einer so entschiedenen unerschütter-lichen Hartnäckigkeit, daß, hätte er länger gelebt, wohlmanches im dreißigjährigen Kriege eine andere Wendunggenommen haben dürfte, und die Dauer jenes Kriegesvielleicht eine kürzere geworden wäre.

Im Jahre 1610 schwur Ernst den katholischenGlauben ab, und kehrte zum Bekenntniß seiner Väterzurück, welche als glänzende Stützen der beginnendenReformation in der Geschichte standen. Es waren hun-dert Jahre vergangen, seit Luthers Lehre ihre Schwingenerhob, und nun begann mit dem Jahre 1618 derVertilgungskampf gegen sie, der alles Blut, welchesihr geflossen, und alle Opfer, die ihren bisherigenSiegen gebracht waren, vernichten sollte; da warf GrafErnst von Mansfeld sein Banner auf und weihte sich