^hilippus Äureolus Theophrastus paracelsus
Bombast von Hohenheim.
Geb. IM, gest. d. 2Z. Scpt. 13^1.
^heophrast war einer der merkwürdigsten Gelehrten,welcher nicht nur seinen Zeitgenossen ein Räthsel blieb,sondern auch vielen der Nachkommen ein solches nochbis diese Stunde ist. Uebel beurtheilt, häufig sogargeradezu vcrnrtheilt, als medieinischer Marktschreier miß-achtet, ist er fast stets der Menge vorgeführt worden,und nur wenige tiefer in seinen Geist, sein Wesen undsein Wissen eindringende haben ihn besser gewürdigt,obschon auf die Gefahr hin, selbst, gleich ihm, verkanntzu werden. Theophrastus Paracelsus wurde zu Ein-sicdeln in der Schweiz geboren, einem berühmtenMirakel- und Wallfahrtort, wo sein Vater Licentiatder Medicin war. Der Vater gab dem Sohne einesorgfältige Vorbildung und zugleich Anleitung, auf dereigenen wissenschaftlichen Bahn fortzuschreiten, wozueine gute Sammlung der in jener Zeit bedeutendstenärztlichen Schriften trefflich diente. Mit der Arznei-kunde war damals das Studium der Physik undAlchymie auf das innigste verknüpft; eine reine Medicinund eine reine Chemie gab es noch nicht; die gelehr-testen Aerzte des Mittelalters huldigten als Söhne
.ihrer Zeit den sogenannten geheimen Wissenschaftenund suchten das Wesen der Natur und alles erschaf-fenen durch erstere zu erforschen. Als der Sohn vomVater nichts mehr lernen konnte, soll ersterer den Un-terricht des berühmten freilich halbmythischcn BasilinsValentinus empfangen und von diesem die Kunsterlernt haben, den Stein der Weisen zu bereiten.Sicherer ist, daß Trithemius und Sigismund FuggerParacelsus unterwiesen, worauf er ein Wanderlebenbegann, und — seine Kunst übend und dabei fort-lerncnd — ganz Europa , wie Theile Asiens undAfrikas durchzog. Daß diese Reisen für den hellenKopf des Knnstjüngers nicht ohne Frucht und nichtohne die Schätze reicher Erfahrung blieben, daß er fürsein Wissen ungleich mehr gewann, als wenn er geeilthätte, sich »ach dem Studium weniger Jahre behaglichin irgend einem Ort den häuslichen Heerd zu gründen,ist außer Zweifel, und der Spruch: «Kenntniß istMacht», bewährte sich bei Paracelsus in glänzenderWeise. Die berühmtesten Aerzte der damals bekanntenWelt hatte der junge Priester des Heilgottcs aus-