Druck nicht erlebte, widmete er seinem Andenken eineschöne Elegie. Dürer's kostbarer Holzschnitt: DerTriumphwagen, war Pirkheimer^ Erfindung, wel-cher dieß seltene Blatt auch beschrieb. Außerdem übersetztePirkheimer mehrere griechische Klassiker in das lateinische,und widmete einige seiner Schriften seinen beiden ge-lehrten Schwestern Charitas und Clara, welche Non-nen im St. Clarakloster zu Nürnberg waren. ImJahr lWO stand Wilibald Pirkheimer an der Spitzeder Nürnberger NeichstruPpcn, die er dem Kaiser ge-gen die Schweiz zu Hülfe führte, und zeichnete sich indiesem Feldzugc durch Klugheit und Besonnenheit aus.Kaiser Maximilian ernannte ihn, den Nürnberger Se-nator, zu seinem Rath, und sein Nachfolger Kaiser Carlbestätigte Pirkheimer in dieser ehrenvollen Stellung.Beide Herrscher bedienten sich des einsichtvollen, sprach-kundigen, feinen und gewandten Diplomaten häufigtheils als Gesandten, theils auf den Reichstagen, undzu vertraulichen Missionen, bis er, nach Ruhe sich seh-nend, seine Stelle niederlegte und nur den Wissenschaftenlebte. Ungern wurde er entlassen, allein die Verwal-tung eines reichen Erbes und ein wcitläuftiges Haus-
wesen forderten seine ungeteilte Sorgfalt. Fortanlebte Pirkheimer mit wenigen Unterbrechungen ganzden Musen; er legte Bücher-, Münz-, Gemälde- undandere Sammlungen an, konnte aber nicht verhindern,daß er noch einmal in den Rath gewählt wurde,und sah sich zur Wiedereinnähme der alten Stelle ge-zwungen, bis Krankheit ihn nöthigte, sie abermalsniederzulegen. Wie den Wissenschaften und Künstenwar Pirkheimer auch der Reformation mit voller Seelezugethan, und förderte deren Einführung in Nürnberg auf alle Weise, ohne jedoch Freude zu haben an derverderblichen Spaltung, die im spätern Verlauf dersel-ben das Vaterland mit Unheil bedrohte. Denn er liebtesein Vaterland, und als der Tod in seinem 60. Lebens-jahre ihm nahe trat, sprach er noch kurz vor seinemEnde die Worte und Wünsche aus: „Wollte Gott ,daß es nach meinem Tode dem Vaterlande wohl erginge!Wollte Gott , daß nach meinem Tode die Kirche Friedenhätte!" — Mit ihm erlosch der Pirkheimer altes Ge-schlecht, und das Wappen mit der Birke sank mit ihmin die Gruft.