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Zweihundert deutsche Männer in Bildnissen und Lebensbeschreibungen / hrsg. v. Ludwig Bechstein
Entstehung
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landwirthschaftlichc Schule mit Musterwirthschaft, derenRuf sich über ganz Deutschland und weiter verbreitete.Im Jahre 1807 trat Thaer in den Staatsrath ein,wurde 1810 zum Professor der Landwirthschaft undder StaatswirthschaftSlehre an der berliner Hochschuleernannt, wurde geheimer Regicrungsrath und vor-tragender Rath im Ministerium des Innern.

Jetzt erschienen von seiner fleißigen Feder: «Annalendes Ackerbaues», 0 Jahrgänge, Berlin 1805 bis 10.«Grundsätze der rationellen Landwirthschaft», daselbst1809 u. ff., 4 Bände. «Annalen der Fortschritte derLandwirthschaft», 2 Jahrgänge, daselbst 1811 u. ff.«Ueber die freiwillige Schaafzucht», ebendaselbst 1811.Um die Schaafzucht, diesen ganz besonders wichtigenTheil der Oekonomie erwarb sich Thaer ein unsterb-liches Verdienst und den Dank aller Schäfcreibesitzer,denn er ging mit den erfolgreichsten Anregungen voran,gründete 1811 selbst eine berühmt gewordene Schäfereiund rief später auch den Schaafzüchterconöent ins Leben,der im Jahre 1825 zum erstenmal in Leipzig zusam-mentrat, und die dort empfangenen Anregungen undBelehrungen zu praktischer Anwendung mitnahm inalle Theile Deutschlands . Das Kapital ist gar nichtzu berechnen, welches Deutschland durch die veredeltenWollen seit Thaers Auftreten als Landwirthschaftslehrergewonnen hat. Als Lehrer bei der berliner Hoch-

schule war Thaer im Jahre 1817 wieder zurückgetre-ten, seine schriftstellerische Thätigkeit aber blieb fortund fort eine regsame. Er schrieb die Geschichte seinerWirthschaft zu Mögelin, welche 1815 zu Berlin er-schien, sodann eine Gewerbslehre, ebendaselbst 1816,darauf begann er Mögclinsche Annalen der Landwirth-schaft, deren Dauer sich von 1817 bis 1824 in 14 Bän-den erstreckte. Im Jahre 1824 feierte Thaer , der sichtrotz aller Gicht- und anderer Leiden doch in ein ziem-lich hohes Alter hineinlebte, sein fünfzigjähriges Doctor-jubiläum, bei welchem er mit dem Titel eines könig-lich preußischen Geheimen Obcrregierungsrath erfreut,und mit mehreren hohen Orden beehrt wurde, Zeicheneiner gerechten und nur verdienten Anerkennung undWürdigung. Thaer empfing vom König von Bayern den Orden der bayerschcn Krone, den Guelphenordenvon Seiten des Königs von Hannover , und den Ordender würtembergischcn Krone vom Könige von Wür-temberg.

Thaer starb 1828 zu Mögelin im 77. Lebens-jahre, und hinterließ einen dauernden ruhmumglänztenNamen. In Leipzig wurde ihm ein Denkmal errichtet,zu welchem von Seiten der 1845 in Altenburg tagen-den Versammlung der deutschen Land - und Forstwirthedie Anregung ausging.