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Zweihundert deutsche Männer in Bildnissen und Lebensbeschreibungen / hrsg. v. Ludwig Bechstein
Entstehung
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Hans Joachim von Ziechen.

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Geb. d. I». Mai. UM, geH. d. 20. Janr. 1780.

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^Illie ein makelloses Denkmal aus Erzguß steht deralte Zicthen im Bewußtsein der deutschen Nation,ein Helvcnbild von unverwüstlicher Dauer, voll Ur-krästigkcit und fortlebiger Frische. Geboren zu Wust-rau, einem Gute seiner Aeltern in der GrafschaftRuppin, bestimmte der junge von Zicthen sich frühdem Dienst der vaterländischen Waffen, und trat schonim vierzehnten Jahre ein fand aber leider nichtden gehofften Fortschritt in der begonnenen Laufbahn,sah sich vielmehr zurückgesetzt und bewogen, wieder zurHeimath zurückzukehren. Die Kriegsgöttin schien ihmnicht zu winken, denn nachdem Zicthen im Jahre 1726abermals in das Heer getreten war, wo er als Ober-lieutenant beim Dragonerrcgiment Wuthenow befehligte,sah er sich in schlimme Händel verwickelt, denen dieharte Strafe auf dem Fuße folgte: ein Jahr Festungs-haft und dann sogar Caffation. Wieder verflossen vierJahre, bis endlich Zicthen bei einer ncuerrichteten Hu-sareneompagnie Eintritt fand, mit der er dann alsRittmeister 1765 unter General Baronap den erstenFeldzug gegen Frankreich mitmachte. Später fand

Zicthen Gelegenheit, sich im ersten schlcstschcn Kriegeauszuzeichnen, es war im Gefecht bei Rothschloß; erwurde zum Obrist ernannt, und statt der Husarcn-compagnic befehligte Zicthen nun als Chef ein Husaren-regiment, das unter ihm sich die schönsten Siegeslor-bcern pflückte. Im zweiten schlesischen Kriege wurdeZicthen Generalmajor und ging nun eine Zeitlangruhmvollen Siegcsgang. Mitten durch die österreichischeArmee führte er sein Regiment nach Jägerndorf , hatteden wesentlichsten Antheil am berühmten Siege beiHohenfricdberg am 4. Jun. 1745, den sein Königmit 70,000 Mann gegen 05,000 Oesterrcicher errang,und wobei 5000 gefallene Preußen und 15000 Oestcr-reicher das blutige Schlachtfeld bedeckten besiegtenicht minder den Feind im Gefecht bei Hennersdorfam 25. Nov. 1745, empfing aber. in demselben eineWunde. Ungleich liefere Wunden schlugen dem tapfernKriegeshelden Unglücksfälle, die ihn Schlag auf Schlagtrafen. Zicthen verlor eine geliebte Gattin, verlor deneinzigen Sohn durch den Tod, wurde bei seinem Königvcrläumdet und von diesem zurückgesetzt, bis der Aus-