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3. öanrr (gleichzeitig! auf den Knieen:) Erbarmen!Erbarmen, gnädigster Herr!
Sickingen: Macht Eure Confession knrz. Habenkeine Zeit!
1. Lauer: Weiß von nichts!Sickingen: Wollen ihn wissen machen!
2, Lauer: Der Kanzler des Erzbischofs--
Sickingen: Weiter! — Der Kanzler hat Euch ge-dungen.
2. Sauer: Ja!
Sickingen: Sein eigner Kanzler! — Das begreif'ich nicht!
2, Lauer: Wir sind zwei arme Bauern und gehörenzur Abtei. Tort drunten stehen unsre Hütten. Wirhaben ein kümmerlich Leben, denn wir müssen großeZehnten zahlen an den Abt und den Erzbischof. Dakam — vor drei Wochen mag's gewesen sein — derKanzler des Erzbischofs und sagte: — könnt' möglichsein, daß Feinde ins Land kämen, und da sollten wirdie Abtei anzünden, weil die Vorräte drinnen nichtdem Feind in die Hand' fallen sollten. — — Und erhat uns ein gut Stückleiu Geld versprochen. Wir sindarme Lcut' und Haben's nötig.
Sickingen: Allmächtiger! Sind wir verraten?! —Wie sagte der Kanzler? — In ein vaar Wochen kämenFeinde ins Land? — Sagt' er so?
2. Lauer: Könnt möglich sein, hat er gesagt.
Sickingen: Bei Gott ! Da ist etwas nicht in Ord-nung ! — Und ihr hundsföttischen Schurkeu habt Euchunterstanden —?!
2. Lauer: Erbarmt Euch! Erbarmt Euch!
Sickingen: Abt! Was verdieuen die Schufte?
Äbt (zitternd:) Den Strang!
(Brenner ist aufgetreten. Er wollte auf Sickingen zu. EinigeHauptleutc halten ihn zurück. Er erzählt und alles um ihnwird bestürzt. Jetzt blickt Sickingen um sich, als wollte er dieHciuptK'ute um ihr Urteil fragen; er gewahrt Brenner.)
Sickingen! (mit Donnerstimme:) Brenner!