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leicht zu gewinnenden Alluvialgoldes in Kalifornien und Austra-lien , erreicht hatte. Heute, nach 30jähriger Bearbeitung, sind nundiese Goldfelder des Schwemmlandes zwar immer noch nicht aus-gebeutet, aber anstatt 199 liefern sie nur noch 18 Tonnen Goldjährlich. Dennoch ist im Jahre 1894 die Gesamtproduktion vonGold infolge der Entwicklung benachbarter und ganz neuer Ge-biete doch wieder auf 267 Tonnen gestiegen und die Art dieserProduktion ist eine solche, daß man mit Gewißheit behaupten kann,dieser Höhepunkt wird bei Fortsetzung unserer Produktionskurvenicht wie vor 30 Jahren eine scharfe Spitze bilden, sonderneine größere Ausdehnung in die Breite erreichen. Wir haben ge-sehen, daß einerseits im Flötzgebirge von Transvaal, andererseitsim Schwemmland von Kalifornien mit Sicherheit eine bedeutendelänger andauernde Erhöhung der Produktion zu erwarten steht,während eine Befürchtung des Niedergangs mit einigem Recht nuretwa bezüglich des Schwemmlands von Sibirien ausgesprochen werdenkann. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist ferner in Südamerika , ins-besondere in den 3 Guyanas , ein weiteres Fortschreiten der seiteinigen Jahren im Gang befindlichen Produktionserhöhung vonWaschgold ebensowohl wie von Ganggold zu erwarten. Die Ver-hältnisse von Australien und den zugehörigen Inseln lassen für dienächste Zeit eine Erhöhung der Produktion vermuten und in den Ver-einigten Staaten von Nordamerika ist bei dem Fortschreiten des aufeinem so weiten Gebiet in Entwicklung begriffenen Gangbergbaus eineVermehrung der Produktion jedenfalls auf Jahrzehnte hinaus wahr-scheinlicher als eine Verminderung. Außerdem aber ist durch denim Beginn der Entwicklung stehenden Gangbergban von Maschona-und Matabele-Land in Südafrika eine Reserve für etwaige Rück-gänge beim Gangbergbau vorhanden.
Da nun ohne Zweifel in den nächsten Jahren eine Goldproduktionvon 300 Tonnen überschritten werden wird, ist es gewiß vorsichtiggerechnet, wenn wir für die nächsten 2—3 Jahrzehnte — undirgendwelche Voraussagungen weiter auszudehnen, wäre ja ver-messen — eine Goldproduktion von durchschnittlich 300 Tonnenim Jahr in Aussicht nehmen.
Um den Betrag zu bestimmen, welcher hievon für monetäreZwecke zur Verfügung stehe» wird, wäre einmal der voraussicht-liche Export nach Indien und sodann der voraussichtliche indu-strielle Verbrauch der westlichen Kulturwelt in Abzug zu bringen.Was den ersteren betrifft, so ist zwar aus den vorliegenden Äus-fuhrtabellen zu entnehmen, daß die indische Goldaufnahme in denJahren 1855—1875 im Durchschnitt 25 Tonnen und in den Jahren1875—1893 im Durchschnitt 18 Tonnen betragen hat, seitdem istaber infolge des großen Wertunterschieds zwischen Gold und Silbereine neue Phase eingetreten und Indien giebt im Gegenteil Goldan die übrige Welt ab. Es ist recht wohl möglich, daß diese