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doch zürnen, und auch lieben mit der energischen Krafteines ganzen Mannes, der er war vom Wirbel bis zurZehe. Ganz ausgesöhnt mit der preußischen Politik hater sich nie, obwohl er nach 1870 ihre Lichtseiten nicht mehrverkennen mochte. Und als der Sturm von Frankreich losbrach, da erhob sich noch einmal der Geist des Dichtersund Patrioten mit Urgewalt, und aus dem bereits schiervon der Krankheit verzehrten Leib loderte noch einmal dieFlamme der begeisterten Seele für Recht und Vaterlandglühend und ringsum erleuchtend zum Himmel auf. GanzDeutschland las damals mit Wonnebeben und Dank diemächtigen Worte des Rufers im Streit. Das mar seinSchivanengesang, sein letztes Ermannen. Daun entwandder schleichende Feind den Griffel der schönen Hand fürimmer. Er hinterlaßt der dankbaren Anhänger zahllose,der trostlosen Freunde eine ganze Schar; er hinterläßtein edles Weib, das zu loben niemand wert ist, einenholdseligen Knaben, in den er bereits durch seine wunder-bare Lenkung den schönsten Keim gelegt hat. Der Nestist Schweigen.