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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
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für die Feder; am Tage des jüngsten Gerichts möchtekeiner von beiden dem andern etwas vorzuwerfen haben.Als Morni, tot war, verlor der Kaiser die Steuerung; alsMocguard starb, verlor er deu Stil. Der letztere, Unter-präfekt ,'>ur Zeit der'Juli-Monarchie, war ein feiner Kopf,ein ausgezeichneter Lateiner und Grieche, ein Meister desStils. Wie viele der großen Stilisten in Frankreich , hatteer den Grundsatz, nicht bloß selbst seine Aufsätze unzahligeMal zu überlesen, sondern auch nie etwas zu veröffcnt-licheu, ohne es von einem Dritten durchsehen zu lassen.Man sagt^ Ernst Renan korrigiere seine Druckbogenzuweilen vierzehnmal). Moequard prüfte alles, wasNapoleon inachte, und verbesserte mit dem größtenFreimut. Nur an seine Hauptideen ließ der Verfassernicht rühren.

Persigni), der eigentliche Prophet der Gesellschaft, warin dieser Eigenschaft auch ein bischen verrückt. Von Zeitzu Zeit, wenn ein extravagantes Vorgehen angezeigt war,holte man ihn herbei; machte er es dann zn bunt, sowurde er wieder aus sein Schloß Chamarande geschickt,das der Kaiser drei- oder viermal bezahlte, uud das nochnicht bezahlt war, als der Duc starb. Dieser konnte sichwälzen vor Lachen, wenn er schilderte, wie man es an-gefangen, um die Republik in den Sack zu stecken.Umdiese Zeit erzählte er einmal brauchten wir be-sonders Generale, die uns Helsen sollten. Ich ging einesTags aus dem Elvsee hinaus, gerade iu Gedanken ver-sunken, wo ich einen höheren Offizier erkunden könnte, dersich uns verkaufen möchte. So schlenderte ich das Wasserentlang, als aus einmal der General Regnaudde St. Angsln aus mich zukam. Ich blieb bei ihm stehenund fing ein Geplauder an. Er sprach mir sehrsympathisch vom Präsidenten. Wie sich das trifft! rief ich