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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
Seite
77
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leicht bis zur Schwäche, wie jemand, dem Geld nur eiueNebensache ist, und der nie darum gearbeitet hat. Gegenseine Umgebung war er weich, liebenswürdig und an-spruchslos; jemanden aus seinem Dienst zu entlassen, warihm entsetzlich unangeuehm; er entschloß sich nur im un-vermeidlichsten Fall dazu. Die Dienerschaft betete ihn muEugenie soll sich nicht des Gleichen rühmen können, behauptetdie Chronik. Von Mocquard ließ er sich am meisten ge-fallen, manchmal wahre Unschicklichkeiten. Für geleisteteDienste blieb er lebhaft dankbar. Nur den Hauptdicnst, denihm Ludwig Philipp geleistet hatte, als er ihn nicht er-schießen ließ, hat er schlimm vergolten. Sobald esan die Staatsraison ging, gab es keine Skrupel, worinihm wohl die meisten Gewaltigen der Erde von jeherähnlich waren. Zu Arenenberg , als er noch ein Knabewar, nannte ihn seine Muttern irroir 6oux svtsts, meinsanfter Hartkopf. Menschenkenntnis hatte er wenig,Menschenverachtung ziemlich viel, aber vor Gelehrsamkeit nndKunst aufrichtigen Respekt, doch guten Geschmack im höherenSinne gar nicht, für Musik totale Uuempsindlichkeit. Diegemeinsten Witzstücke des Palais Royal wurden in denkaiserlichen Schlössern aufgeführt und mit dem größtenErfolg. Seiue Menschenverachtung entsprang vornehmlichdem Umgang mit dem abenteuerlichen Gelichter, unter demer sich uamentlich in London umhergetrieben, und das erfür seine halsbrechenden Unternehmungen brauchte. Allestaken vor dem Staatsstreich in Schulden und waren nachdemselben nicht satt zu machen. Mit Geldspenden alleinwar da nicht auszukommen, keine Zivilliste nnd keine Be-stallung hätte für den Durst der Baude ausgereicht. DasKonzessionswesen allein konnte Helsen , indem es eineSchleuse von der Börse in den Palast legte. Das warein Gründen sondergleichen. Es gab eine Zeit, da jedes