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2 (1894) Charakteristiken
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der neueren Zeit vereinigt sind. Zu einem Sammelwerkhat er ein Bändchen über Frau von Stasl geliefert, welchesein kleines Meisterstück ist. Was ihn, wie Lavisse undChuquet, uns Deutschen besonders nahe rückt, ist nebst demnatürlichen Interesse, welches die von ihnen behandeltenStoffe uns einflößen, auch ihre genaue Kenntniß unsererSprache und Litteratur. Alle drei beherrschen dieselbe inhohem Maße, Chuquet insbesondere als genauer Kenner,der vortreffliches Deutsch schreibt und selbst Einzelnes indeutscher Sprache verfaßt hat; seine philologischen, demDeutschen zugewandten Studien und Arbeiten gehen Handin Hand mit seinen geschichtlichen. Eine in lateinischerSprache geschriebene Abhandlung zur Erlaugung der Doktor-würde an der Pariser Fakultät der Sorbonne aus dem Jahre1886 hat den Dichter Ewald von Kleist, dessen Leben undWerke zum Gegenstand'Os Z^alcli Xlsistii Vits, stLori^tis." Eine Menge kürzerer und längerer Stellen ausdes Dichters Werken sind darin metrisch ins Lateinischeübersetzt, und das Ganze ist von Anfang bis zum Schlußmit Liebe und ins Kleinste eingehender Sachkenntnis; er-läutert, wie Alles, was aus Chuquet's Feder herrührt.Bereits vorher hatte er vier Werke unserer Klassiker fürdie obersten Gymnasialklassen herausgegeben und mit histo-rischen, littcrarischen und linguistischen Glossen ausgestattet'Goethe's Hermann und Dorothea, Campagne in Frank-reich von 1792, Goetz von Berlichingen und Wallenstein'S Lager von Schiller . Einzelne dieser Ausgaben, vor Allemder Goetz, sind mit Einleitungen versehen, die als ästhetisch-philologische Abhandlungen in jeder deutschen Fach-Zeit-schrift mit Ehren figuriren könnten. An seine große histo-rische Aufgabe lehnen sich Goethe's Tagebuch und Her-mann und Dorothea unmittelbar an. Das Tagebuch wird