Druckschrift 
Mein Zeugnis in dem Processe Staatregierung gegen Bamberger und Genossen
Einzelbild herunterladen
 
  

Herr vr.> Bamberger beschuldigt mich ferner, in meinen Aussagen gegen ihn vor dem Untersuchungs-richter so weit gegangen zu sein, wie man nur gehen könne, und sogar noch weiter. Wozu diese Ver-dächtigung, dn Herrn Dr. Bamberger ja zu einer klar formulirten Anklage Zeit und Gelegenheit in Hülleund Fülle gelben war und er keinerlei Ursache hatte, mich irgendwie zu schonen.

Abgesehn ' davon, daß ich beim, besten Willen nicht anders aussagen konnte, als ich ausgesagt habe,indem ich in der ganzen Angelegenheit von Anfang bis zu Ende mit niemand Anderem zu thun hatte,als mit Herrn Dr. Bamberger, so scheint derselbe den mir bei der Ausgabe des Placards gegebenenRath heute vollständig vergessen zn' haben. Sollte ich ihm zu Liebe vielleicht gegen den geleisteten Eidverstoßen? Welcher Fehltritt in meinem Leben berechtigt Herrn Dr. Bamberger anch nur zu dem Ver-suche eines solchen Verlangens? Welche Verpflichtungen habe ich überhaupt gegen ihn, welchen Dankbin ich ihm schuldig? Nein, mein sehr geehrter Herr Hr., ein gebranntes Kind scheut's Feuer;wollen Sie überhaupt glühende Kohlen aus dem Ofen geholt haben, so holen Sie sie gefälligst selbstheraus, meine Hände bedanken sich dafür. Meinem Gefühle nach mußte Herr Bamberger, in dessenInteresse die Publieation stattgefunden, mag er nun der Versasser sein öder nicht, die Verantwortlich-keit nnd die ganze Verantwortlichkeit auf sich nehmen und jedes Wort vermeiden, welches geeignet war,irgend wen seiner Partei zu compromittiren. Das wäre anständig und der Stellung, welche er erstrebte,würdig gewesen.

Und nun', Herr Dr., zum Schluß: Sie haben sich in öffentlicher Sitzung in meinem Beisein nichtgescheut zu behaupten, ich habe meine Stellung meinem Factor gegenüber mißbraucht, um denselben zugewissen Aussagen gegen Sie zu bestimmen. Sie glauben damit mich zu schmähen, und das Gift IhresStachels trifft nur einen Mann, welchem seine Ehre über Alles geht. Muß ich Sie daran erinnern,welche Achtung einem solchen Manne gebührt? Seien Sie fest überzeugt, Herr Dr., böten Sie diesemFaetor Ihre Millionen an, so würden Sie ihn noch nicht eine Linie breit vom Wege der Ehre undPflicht abwendig machen können; ich aber glaube das Urtheil über diese Ihre ehrenrührige Bemerkungruhig der Beurtheilung aller meiner Mitbürger überlassen zu können.

Dieses mein erstes und letztes Wort in dieser Angelegenheit.

Mainz , den 15. November 1868.

Victor v. Zabern.

^, - ^ ^ > , ,

Druck von Victor v. Zabern in Mainz .