Von den Namen der vier Dresdener Firmen war der klangvollstederjenige der Walthcrschen Hofbuchhandlung (heute H. Burdach, WarnatzLehmann, Kgl. Sachs. Hofbuchhandlung); im Umfang der Berlags-produktion etwa mit ihr gleich standen Christian Gottlieb Hilscher (Meß-katalog 1763) und Michael Groll (Meßkatalog 1755), während dieGerlachsche Handlung darin von geringerer Bedeutung war. Die Hand-lung von Michael Groll, die ehemals Leschcsche, von 1783 bis 1791im Besitze von Joh. Gottl. Emmanuel Brcitkopf, geriet unter dessenNachfolger in Konkurs und wurde 1804 von Christoph Arnold er-worben, der 1790 eine Verlagshandlung in Schneeberg gegründet unddiese 1795 nach Dresden verlegt hatte. Im Jahre 1804 entstand alsfünfte Dresdener Buchhandlung die Pinthersche (seit 1808 Winklersche).Der Dresdener Buchhandel zeigt nahe Beziehungen zu Polen und einebesonders starke Pflege der ausländischen Litteratur; die Gröllschen Ver-lagsartikel zeigen 1755/71 und 1772/74 den Verlagsort Dresden , 1772/74Dresden und Warschau, 1779/92 Warschau; Georg Conrad Walther (gest.1778) stand in enger Verbindung wie mit Winckelmaun, so auch mitVoltaire und legte Schriften besonders von Chateaubriand, Beaumarchais ,Petrarca, Goldoni, Kcats, Locke, Swift u. a. auf." Im übrigen Kur-sachscn entwickelten sich hervorragende Verlagshandlungen erst zu Endeder Periode, so Severin in Wcißcnfels (1786) und Christian GotthelfAnton in Görlitz (1793; heute Eduard Anton in Halle). Von denübrigen war die (1746 von Th. G. Neinhold gegründete) Crazschc Buch-handlung in Freibcrg (von Fr. Craz übernommen 1783; Meßkatalog1786—1805) die vcrlagsthätigste; sie wurde 1802 von Joh. ChristophFriedr. Gcrlach erworben (heute Craz >d Gerlach), der gleichzeitig die1550 von Meycrpeck gegründete Druckerei (heute Gerlachsche Buch-druckerei) erwarb.
Eine der wichtigsten Wandlungen, die in der BuchhandclsgcschichtcNorddeutschlands in lokaler Hinsicht vorging, war der glänzende AufstiegBerlins . Er beginnt etwa mit dem Ende des Siebenjährigen Kriegs.Zu Beginn unserer Periode zählte Berlin sechs bis acht (vor Ablaufdes Siebenjährigen Kriegs, nach einer Behauptung der Berliner Buch-händler von? Jahre 1794, nur drei), in den siebziger Jahren 15^,im Jahre 1790 24", zu Ende des Jahrhunderts bei ca. 150000 Ein-wohnern 26" und im Jahre 1804 32 privilegierte Buchhandlungen