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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
Entstehung
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Der Wendepunkt seines Lebens ging aus von C. W. Moro-soff, einem Moskauer Garnhändler, welcher damit der Gründerder berühmten Nikolskischen Manufaktur wurde. DieserMann beauftragte Knoop, ihm eine Spinnerei mit Maschinen,Vorarbeitern und allem Zubehör aus England zu verschreibenund in der Nähe von Moskau fertig hinzustellen. Alle Weltriet dem unbekannten und mittellosen jungen Knoop von einemUnternehmen ab, welches undurchführbar erschien. Nochbestand das englische Maschinenausfuhrverbot; dazu kamendie aufserord entlich langfristigen und unsicheren Kreditver-hältnisse Rufslands gegenüber den Barzahlung verlangendenEngländern. Aber Knoop kannte seinen Russen und über-nahm die Sache. Er arbeitete rastlos, wobei sein jüngererBruder in Manchester ihm ein treuer Bundesgenosse war. DieFirma de Jersey schenkte Vertrauen und Kredit. Das Unter-nehmen schlug glänzend ein, und bald folgten ähnliche. Einernach dem anderen von den russischen Garnhändlern wurdedurch Knoop zum Spinner gemacht. Am Abend seines Lebenskonnte Knoop auf 122 Spinnereigründungen zurückblicken.Auch in Wladimir fand Knoop Eingang und versah die dortigeIndustrie mit mechanischen Webstühlen, mit Maschinen fürKattundruck und Färberei, sowie mit englischen Technikern.Von ihm sagte ein viel gebrauchtes Reim wort:

Keine Kirche ohne PopenKeine Fabrik ohne Knoopen 1 .

Fragen wir nach den wirtschaftlichen Gründen des aufser-gewöhnlichen Erfolges Knoops. Neben der freien Konkurrenzlinden sich in der Industriegeschichte öfters Versuche einheit-licher Zusammenfassung einer Industrie, entweder als Ver-abredungen mehr oder minder Gleicher (Kartelle) oder alsmonarchische Organisationen. Letztere knüpfen gewöhnlichan den Umstand an, dafs der Rohstoff, das Halbfabrikat oderdas fertige Fabrikat einen bestimmten Kanal passieren mufs,

1 Eine dritte russische Reimzeile enthält die etwas kühne Be-hauptung :

Kein Bett ohne Wanze.