nicht gedenken, so ist doch die Durchschnittsspindelzahl proFabrik in Moskau und Wladimir gröfser als in Deutschland und England . Demgegenüber nimmt der Umfang der Grofs-betriebe in Rufsland möglicherweise nicht so ununtei'brochenzu, wie in Westeuropa .
Wir befinden uns hier in der eigentümlichen Lage, dafszwei bekannte Nationalökonomen das entgegengesetzte Er-gebnis aus der offiziellen Statistik herauslesen und mit Ziffernbelegen. Ich selbst bin nicht imstande, das vorhandenestatistische Material zu bewerten. Ich lasse also beide Autorenzu Worte kommen.
Karischeff 1 behauptet, dafs in der von ihm untersuchtenPeriode (1885—91) der Umfang der Fabrikunternehmungensich im Durchschnitt verringert habe, dafs die Zahl derkleinen und mittleren Betriebe mehr zugenommen habe, alsdie der grofsen, und dafs im Wachstum der grofsen einStillstand eingetreten sei. Diese Thatsache gelte für diedrei wichtigsten Gewerbszweige, welche 84°/o der Gesamt-produktion der russischen Grofsindustrie hervorbringen. DerWert der Produktion pro Fabrik betrüge auf Grund deroffiziellen Statistik in 1000 Rubeln:
Tugan - Baranowski behauptet das Gegenteil; nach denvon ihm beigebrachten Ziffern erscheint Karischeffs Satz inseiner Allgemeinheit mehr als zweifelhaft. Unrichtig ist erjedenfalls für die beiden Grofsindustrien, welche der Ver-brauchssteuer unterliegen, für deren Statistik der Staat dahermehr als eine blofs platonische Zuneigung empfindet 2 .
1 Karischeff in der Monatsschrift „Russischer Reichtum", Heft11 und 12. 1894. Die offizielle Statistik giebt allerdings zu mannig-fachem Zweifel Anlafs, schon weil der Begriff Fabrik sehr schwankendist. Hierzu kommt das allgemeine Herabgehen der Warenpreise. Yergl.Tugan-Baranowski a. a. 0. S. 352—356.
2 Im Jahre 1869 gab es 4300 Branntweinbrennereien in Rufsland,
in der Textilindustriein der Metallindustriein der Nahrungsmittelindustrie (Müllerei,
1885 1891145 13779 86
Zuckerfabrikation, Brennerei)
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