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Vergleiche sind nicht ohne Vorsicht anzustellen, da in Rufs-land aufser dem Geldlohn der Arbeiter meist die Wohnung,hin und wieder auch noch Naturalverpflegung erhält. MeinGesamteindruck ist folgender: Zieht man nur die Geldlöhnein Betracht, so verdient der englische Arbeiter wöchentlichdas 3—5fache wie der russische ; trotzdem sind die Kosten derArbeit pro Produkt in Rufsland nur wenig niederer als inEngland , entschieden niederer nur in jenen besten GrofsbetriebenMoskaus , welche zur Neunstundenschicht übergingen. Aberauch dieser Unterschied zu Gunsten Rufslands wird mehr alsausgeglichen einmal durch die Aufwendungen für Arbeiter-wohnungen u. a., sodann durch die Kosten der Aufsicht undVerwaltung, welche in Rufsland aufserordentlich viel höhersind als in England. In England ist der Spinner sein eignerAufseher und kann daher die Löhne des Aufsehers mit be-ziehen.
Aus einer gröfseren Anzahl von Beispielen, die ich aufGrund des in meinem „Grol'sbetriebe" ausgearbeiteten Schemas(vergl. daselbst S. 138/139) sammelte, wähle ich folgende dasSelfactorspinnen betreffende aus:
(Siehe Tabelle S. 119.)
Hiernach scheint bei 36s Twist der Punkt zu liegen, wodie Kosten der Arbeit zuzüglich der Aufsicht in England billiger werden, als in Rufsland. Bei feineren Nummern mufsdieser Unterschied zu Gunsten Englands rasch wachsen. Zugleichen Ergebnissen scheint Onofrieff 1 zu kommen. Er ver-gleicht den Durchschnitt dreier leitender Spinnereien Lan-cashires mit zwei russischen Beispielen, jedoch ohne Angabeder gesponnenen Garnnummern und Produktionsmengen. Da-nach kommen im halben Jahr auf tausend Spindeln in RubelnKredit (1 % = 10 Rubel):