den Arbeitsräumen und häufig in den unregelmäfsigen Pausenwährend der Arbeit verzehrt. Die Leute bringen das Essenmit, leben hiervon die Woche und kehren des Sonntags nachHause zurück. Gekochtes Essen nehmen sie während derWoche selten zu sich. Ihre Nahrung ist äufserst einförmigund besteht fast ausschliefslich in Schwarzbrot. Das Arteil,jene die Familie nachahmende, altertümliche Form der Ge-nossenschaft, besteht bei diesen Arbeitern nicht, weil nacheiner bezeichnenden Bemerkung Erismans „das ganze Volkaus der Nähe ist", d. h. der Mensch ist von der im Bodenwurzelnden Familiengenossenschaft noch nicht entschiedengenug losgerissen, um eine neue Genossenschaft zu bilden 1 .
Unter solchen Verhältnissen ist die Arbeit äufserst un-ständig, so dafs man etwa dreimal so viel Leute anstellenmufs, als man braucht, und doch oft genug nicht die genügendeAnzahl von Händen beisammen behält.
2. Arbeiter aus der Ferne können schwerer entlaufen;wo man auf dauernde Arbeit Wert legen mufs, zieht mandaher auswärtige Arbeiter vor. Seit alters sucht der Be-völkerungsüberschufs der nördlichen Gouvernements seinenLebensunterhalt in der Ferne; an das Gruppendasein gewöhnt,schliefst sich der Bauer zu Artellen zusammen, wanderndenProduktiv- und Konsumtivgenossenschaften, welche gewisseArbeiten gegen Gesamtlohn übernehmen. Es bedeutet diesfür den Bauern eine geringe Veränderung seines Daseins:auch die ländliche Familie, wie sie bis in dieses Jahr-hundert hinein die Daseinsform des russischen Volkes dar-stellte, war weniger eine verwandtschaftliche, als eine wirt-schaftliche Gemeinschaft. Sie erweiterte sich durch Aufnahme(Adoption) Fremder; sie verlor durch Wegzug oder Weg-heirat Blutsverwandter und stand — genau wie das Arteil —nicht unter der Leitung des Geschlechtsältesten nach Bluts-verwandschaft, sondern des Stärksten und Fähigsten 2 . Das