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befindet sich die grofse Masse der mittelrussischen Industrie,insbesondere die Mehrzahl der Webereien und Färbereien, aufder dritten die fortgeschritteneren Grofsbetriebe Moskaus .
1. Noch heute findet man in technisch zurückgebliebenerenGewerben Fälle der primitivsten Stufe der gewerblichen Arbeit.Wie einst der Bauer auf dem Gutshofe unter anderem auchFabrikarbeit verrichtete, so bedienen sich heute noch diekleineren, insbesondere die auf dem Lande zerstreuten Fabrikender umwohnenden bäuerlichen Bevölkerung. Der Bauer isthier zufällig und vorübergehend Fabrikarbeiter. Dem entsprichtseine Lebensweise. Für eine dauernde Unterkunft der Arbeiterbei der Fabrik ist nicht gesorgt. Sie nächtigen im Sommerim Freien vor der Fabrik, im Winter in den Arbeitsräumenselbst, auch wohl bei den nächst umwohnenden Bauern oderin flüchtig errichteten Baracken. Janschull und Peskoff sagenvon diesen Arbeitern, „dafs sie schlafen, wo sie hinfallen".Der erstgenannte Augenzeuge erzählt von Handwebern, dieauf den Webstühlen, Handdruckern, die auf den von Farbentriefenden Drucktischen, Seidenweberinnen, die auf derDiele des Websaales in grofser Enge und ohne Ordnungdurcheinander schlafen. Swjatlowski berichtet, dafs dieArbeiterinnen gewisser Chokoladenfabriken des Nachts aufdenselben Tischen kampierten, auf denen sie am Tage dieKonfekte bereiteten. Derselbe Sachverständige erzählt vonGerberei- und Handschuhwerkstätten, die zugleich als Schlaf-räume dienten, und in denen „die Luft nicht besser sei als ineinem schlecht ventilierten anatomischen Theater." 1 In Wla-dimir, dem östlichsten Industriebezirk Europas, wo der Fabrik-arbeiter aus dem allgemeinen Bauerntypus noch am wenigstenherausgeschält ist, mangelt häutiger als im westlicherenMoskau jede Fürsorge für die Unterkunft der Arbeiter. 2
Auch die Beköstigungsweise ergiebt den durchaus vorüber-gehenden und zufälligen Charakter derartiger Industriearbeit:besondere Speiseräume bestehen nicht, die Nahrung wird in
1 Vergl. Janschull a. a. 0. 8. 119 fr.; Peskoff a. a. O. S. -57;Swjatlowski a. a. 0. S. 116.
2 Peskoff a. a. 0. S. 89.
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