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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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auszuwuchern, vom Altesten erhalten, gewöhnlich sofort ineinigen Eimern Schnaps angelegt.

Aus dem Gesagten ergiebt sich der Verfall der Artelle,welcher um deswillen unaufhaltsam ist, weil es sich um Zer-störung ihrer psychologischen Grundlagen handelt. Dieser Vor-gang ist zunächst gegen das Interesse der Arbeiter. Zwar sinddie Artelle kein Mittel zur Emporentwicklung der Arbeiter-klasse, wie die westeuropäischen Gewerkvereine; dagegenbilden sie, so lange sie gesund sind, eine nicht zu unter-schätzende Schutzwehr der Arbeiter gegen Herabdrückungvom überkommenen Niveau. In den Artellen lebt die gewohn-heitsmäfsige Lebenshaltung des Bauern fort. Zwar sind dieArtellküchen meist dunkel und schmutzig; auch mag in ihnendie Zubereitung der Speisen nach westeuropäischen Begriffenrecht Tinappetitlich sein Swjatlowski erzählt von Fällen,in denen die Kessel abwechselnd zum Kochen und zumWaschen der schmutzigen Wäsche benutzt wurden. Auf deranderen Seite steht jedoch die Beköstigung in den Artellen,nach der Analyse Erismans x , an Nährwerten verhältnis-mäfsig hoch, ja wahrscheinlich höher als die mancher deutscherFabrikarbeiter.

Nach Erisman enthält die tägliche Nahrung an Gramm:

Eiweifs

Fett

Kohlenstoff

hei den männlichen Artellen derMoskauer Fabriken (in Nicht-

fastenzeit)

bei einem englischen Weber (nach

Playfair)

bei einem Tischler in München (nach

Forster)

die theoretische Norm für den er-wachsenen Arbeiter

136,08151131,1130

76,234367,675

573,49

621

494

450

1 Erisman, Die Ernährung der Arbeiter in den Fabriken desMoskauer Gouvernements. Moskau 1893.