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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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153
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auszuwuchern, vom Altesten erhalten, gewöhnlich sofort ineinigen Eimern Schnaps angelegt.

Aus dem Gesagten ergiebt sich der Verfall der Artelle,welcher um deswillen unaufhaltsam ist, weil es sich um Zer-störung ihrer psychologischen Grundlagen handelt. Dieser Vor-gang ist zunächst gegen das Interesse der Arbeiter. Zwar sinddie Artelle kein Mittel zur Emporentwicklung der Arbeiter-klasse, wie die westeuropäischen Gewerkvereine; dagegenbilden sie, so lange sie gesund sind, eine nicht zu unter-schätzende Schutzwehr der Arbeiter gegen Herabdrückungvom überkommenen Niveau. In den Artellen lebt die gewohn-heitsmäfsige Lebenshaltung des Bauern fort. Zwar sind dieArtellküchen meist dunkel und schmutzig; auch mag in ihnendie Zubereitung der Speisen nach westeuropäischen Begriffenrecht Tinappetitlich sein — Swjatlowski erzählt von Fällen,in denen die Kessel abwechselnd zum Kochen und zumWaschen der schmutzigen Wäsche benutzt wurden. Auf deranderen Seite steht jedoch die Beköstigung in den Artellen,nach der Analyse Erismans x , an Nährwerten verhältnis-mäfsig hoch, ja wahrscheinlich höher als die mancher deutscherFabrikarbeiter.

Nach Erisman enthält die tägliche Nahrung an Gramm:

Eiweifs

Fett

Kohlenstoff

hei den männlichen Artellen derMoskauer Fabriken (in Nicht-

fastenzeit)

bei einem englischen Weber (nach

Playfair)

bei einem Tischler in München (nach

Forster)

die theoretische Norm für den er-wachsenen Arbeiter

136,08151131,1130

76,234367,675

573,49

621

494

450

1 Erisman, Die Ernährung der Arbeiter in den Fabriken desMoskauer Gouvernements. Moskau 1893.