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mit Freiheit, rühmt sich seiner und sieht Sklaverei in Rufs-land. Rufsland erhält dauernd bei sich die von ihm freiwillig'» herbeigerufene Macht, erhält sie freiwillig und sieht deshalb
in dem Aufrührer den Sklaven, der sich erniedrigt vor demneuen Idol des Aufruhrs so wie einst vor dem alten Idolder Macht. Nur der Sklave erhebt den Aufruhr, ein freierMensch wird nicht zum Aufrührer" 1 .
Ähnlich wie das Gesamteigentum der Gemeinde demwirtschaftlichen Kampfe aller gegen alle überlegen sei, so dieAutokratie dem politischen Kampfe aller gegen alle, welcherdas Staatsleben Europas ausmache. Das russische Volk er-scheine im Zarentum als organisches Gesamtindividuum. SeineGeschichte sei nicht wie die Westeuropas die mechanischeMittellinie widerstreitender Interessen, sondern beruhe auf ein-heitlichen Entschlüssen. Nicht Parteikämpfe gingen dengrofsen Wandlungen in der russischen Entwicklung voraus,t sondern innerlich reife der Entschlufs, um dann scheinbar
unvermittelt in die Wirklichkeit zu treten. Man vergleichthier den tönenden Streit um die Abschaffung der Kornzöllein England mit der Befreiung des russischen Bauern, der eineAgitation nicht voranging. (Wie weit war hieran die Censurbeteiligt?)
Der Zar sei die lebendige Verwirklichung des Selbst-bewufstseins und Willens des Volkes. Beschränkung derSelbstherrschaft sei unmöglich, denn in ihr liege die Einheitdes Volkes selbst ausgedrückt, welches durch den Willenseines Herrschers in „disciplinierter Begeisterung" zu dengröfsten Kraftanstrengungen angespannt werden könne. Hier-auf beruhten die von Friedrich dem Grofsen und Napoleonanerkannten moralischen Vorzüge des russischen Heeres, fernerdie Einheit und Unzertrennbarkeit der russischen Nation selbst.Der Bauer, wie weit er immer durch seine Auswanderung die► Grenzen der Nation ausbreite, überall trage er die Anhänglich-
keit an den Zaren mit sich, bis an die Schneehäupter Asiens
1 K. Aksakoffs Werke I, p. 7—9.