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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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orthodoxe" 1 . Durch Petersburg , dasFenster, das Peter derGrol'se nach dem Westen gebrochen hat", hielt das Unheilden Einzug. Die Reformen dieses Schöpfers des modernenRufsland waren nach Ansicht der Slavophilen nur insoweitberechtigt, als sie Annahme europäischer Technik bedeuteten.Letztere war nötig zunächst auf dem Gebiete des Heerwesens,um dem deutschenDrange nach dem Osten" ein Halt zugebieten. Europa mufs mit europäischen Machtmitteln be-bekämpft werden.

Unberechtigt dagegen war die ideelle Seite der Rezeption,insbesondere die Annahme europäischer Bildung und Sitten,Sprache und Kleidung u. s. w., wie denn K. Aksakoff, ähnlichdem Grafen L. Tolstoi, das russische Bauernkleid wieder zuEhren brachte. Peter, indem er europäische Sitten und Bildungeinführte, hat sich nach Ansicht der Nationalen um Rufslandschlecht verdient gemacht; auch bezüglich des europafreund-» liehen Alexander II. hörte ich in slavophilen Kreisen wenig

ehrerbietige Worte flüstern. Aus der Entrussung der oberenKlassen folgen nach Ansicht der Nationalen viele Nachteile,sowohl nach aufsen wie nach innen. So hatte Rufsland vielSchaden davon, dafs es die auswärtige Politik unter euro-päischem, statt unter russischem Gesichtspunkte ansah undsich zum Verteidiger der Legitimität in Europa aufwarf.

Nach innen hin ist nach Ansicht der Slavophilen dasBeamtentum die unerfreuliche Folge der Europäisierung deroberen Gesellschaftsschicht. Wenn die verherrlichte Auto-kratie sich manchmal den Slavophilen unbequem fühlbarmachte, so wurde die ganze Schuld dem Beamtentum als einerdeutschen Einrichtung" zugeschoben, von der es gelte, denZaren zu befreien. Um Zar und Volk unter sich in unmittel-bare Berührung zu bringen, empfahlen diese Romantiker denallgemeinen Landtag" also doch ein Stück aus der Rtist-* kammer des Liberalismus.

Glücklicherweise sind die Versuche der Liberalen, durch

1 So K. Aksakoff. Vergl. Pipin im Europäischen Boten, April1884, S. 610.