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seitigen, „wenn nicht in der Gegenwart, so doch in nächsterZukunft" x . Man denkt hierbei nicht nur an Aussiedelungin das Neuland des Ostens, sondern an vermehrte Land-ausstattung auf Kosten des Gutslandes. Im Grunde findet alsodie „goldene Umteilung", von welcher der Bauer noch heutevielfach träumt, d. h. die kostenlose Verteilung des Gutslandesan das Volk, hier ihre litterarische Verherrlichung.
Aus dem Gespräche, welches ich mit Herrn W. W. führte,notierte ich folgende Worte: „Wir wollen nicht, wie dieLiberalen, dafs der Staat den Ankauf des Gutslandes demBauern erleichtere (Bauernbank), denn damit hilft er nur denreichen Bauern; wir wünschen die Verteilung des Landes analle zu gleichen Teilen."
Das Ideal dieser Lehre ist der „Seelennadjel": „jederMensch besitzt und bebaut das zu seinem Dasein notwendigeLand. In diesem glücklichen Zustande giebt es keine Trennungvon Produktionsmitteln und Produzenten, weder TJnternehmer-gewinn noch Lohn, weder arm noch reich. Es giebt keineFabriken; denn nur die Peitsche des Hungers treibt denBauer in die Fabrik. Es herrscht eine allgemeine Be-friedigung der „mittleren Bedürfnisse". Dieser Zustand wirdverherrlicht als die „volkstümliche Wirtschaftsweise"; jedesandere Dasein wird ihr gegenüber mit moralischem Makel be-legt. „Der Mensch, der den Landbau fallen liefs, ist eingefallener Mensch; er tritt heraus aus der sittlichen undmateriellen Wirkung der Gemeinschaft und betritt einen neuenWeg, auf welchem ihm nicht mehr Solidarität und Gerechtigkeitnötig sind, auf dem er schneller vorwärts kommt durchSchlauheit und Ränke 2 ."
Die Lehre der Volkstümler ist folgerichtig. Mit Rechtnennt sie Struwe eine „Idealisierung der Naturalwirt-schaft" 3 . Daher ist auch die grofse Zahl ihrer Anhänger nur
1 W. W. a. a. O. S. 95.
2 W. W. a. a. 0. 104.
3 Struwe, Soeialpolitisches Centraiblatt. 1893. S. 1.
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