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Heimat lebhafter und mit gröfserem Interesse, als nach denFortschritten des Socialismus in Deutschland . In seinem Auf-steigen erblickte er die Morgenröte eines völlig neuen, wahr-haft evangelischen Zeitalters, dem ebenso die friedliche Ver-gewaltigung des Schwachen durch das Privateigentum fremdsein werde, wie die blutige Vergewaltigung durch die be-waffnete Macht. Wie enttäuscht würde er gewesen sein, wennich ihm schon damals hätte erzählen können, dafs auf demletzten Parteitage der deutschen Socialdemokratie zu Stutt-gart 1898 die meisten Redner das socialistische Endzielnur mehr als Ornament neben einem zwar radikalen,aber durchaus praktischen Programm behandelten, welchesmitten in der Welt des verhafsten Privateigentums darinstand;viele von ihnen waren bereit, dieses Endziel als leere Floskelüber Bord zu werfen, einige sogar bereit, mit dem bestehendenStaate einen Vergleich zu schliefsen; nur Frauen und Greiseschwärmten mit aufrichtigem Glauben in der alten socialistischenGlaubenswelt. Blinderen Glauben finden diese Nachzügler derdeutschen Entwicklung wohl nirgends als bei den russischenVolkstümlern.
Übrigens ist Karl Marx der Vorwurf nicht zu ersparen,zu dieser Verwirrung selbst beigetragen zu haben. Dierussischen Volkstümler berufen sich auf einen etwas zweifel-haft gefafsten Brief, in welchem Karl Marx sich folgender-mafsen äufsert: „Wenn Rufsland sich bestrebt, eine kapita-listische Nation zu werden nach dem Vorbilde der west-europäischen Nationen — und im Lauf der letzten Jahre hates sich in diesem Sinne viel Schaden angethan — so wird esdieses Ziel nicht erreichen, ohne einen guten Teil seinerBauern in Proletarier zu verwandeln, und danach wird es derHerrschaft derselben unerbittlichen Gesetze unterfallen wiejede andere Nation" h Gerade dieses „Wenn" hofft man ver-meiden zu können.
Als Ziel also, und zwar als ein für fortschrittlich geltendes
1 Citiert bei Struwe a. a. 0. S. 179.