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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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Adel an den Eisenpreisen (Maschinen, Eisenbahnbau u. s. w.)interessiert zu sein anfing. Dies war sicher das Entscheidende;die freihändlerischen Strömungen derIntelligenz" waren nurein Ausdruck der wirtschaftlichen Verhältnisse.

Trotz des mäfsigen Industrieschutzes hat sich in den 60erund 70er Jahren die russische Industrie mächtig entfaltet. DasBuch von Nowikoff, welches als freihändlerische Parteischriftallerdings mit Vorsicht zu gebrauchen ist, enthält hierfür zahl-reiche Belege 1 .

Damals auch stellte sich die industrielle GeographieRufslands fest, deren Aufbau für das Verständnis der zoll-politischen Entwicklung von grofser Wichtigkeit ist. Ihrenwirtschaftlichen Bedingungen nach sind zu scheiden die In-dustrie des inneren Rufslands und die der westlichen Grenz-länder. Das wichtigste Glied der ersteren ist der Moskau -Wladimirsche Industriebezirk, der Sitz zahlreicher Gewerbe,vor allem der Sitz der fortgeschrittensten Industrie Rufslands,der Baumwollindustrie. Zu der Zeit, da die Slavophilen aufdem Boden der alten Zaren stadt ihr luftiges Ideenschlofs auf-bauten, errichteten die Moskauer Kaufleute, realistischer alsjene, die schlanken Schornsteine ihrer Spinnereien.

Zwischen Moskau und Nischni - Nowgorod siedelte sichdiese Industrie, wie wir oben sahen, auf einem Boden an,wie er günstiger nicht gedacht werden kann. Ist Moskau seit jeher der Sitz der kapitalkräftigsten Kaufmannschaft Rufs-lands, so ist Nischni , zu dessen Messen jährlich bis 200 000Menschen zusammenströmen, der wichtigste Absätzmarkt allerIndustrieprodukte. Haupthafen der unvergleichlichen Wolga -strafse, erfreut sich Nischni der Vorteile einer nahezu mari-timen Lage. Das ganze Flufssystem aber weist nach demOsten und Süden, nach den urältesten Kultursitzen derMenschheit, nach Ländern, welche in der Peripherie desindischen Kulturkreises liegen.

Wenn die junge Industrie Rufslands der fortgeschrittenerendes Westens gegenüber an sich stark schutzzöllnerisch sein

1 Protektionismus. Petersburg 1890. S. 95104.