in der Zwischenzeit eingetreten waren. 1880 war Deutschland noch der Hauptgläubiger Rufslands und Berlin der Markt fürrussische Wertpapiere. 1892 war die Übertragung der russi-schen Anleihen auf den Pariser Markt der Hauptsache nacherfolgt, der Kredit Rufslands war gehoben und die Währungs-reform in die Wege geleitet. Diese Wandlungen wurden demgrofsartigen Entgegenkommen des sonst so vorsichtigen fran-zösischen Kapitals verdankt. Dasselbe rechnete hierbei augen-scheinlich nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, esverfolgte zweifellos politische, ja kriegerische Hoffnungen,welche mit Hilfe Rufslands an der Rheingrenze verwirklichtwerden sollten. Es waren die Tage, da der Zweibund undder Dreibund, bis auf die Zähne bewaffnet, sich gegenüber-standen, täglich zum mörderlichsten aller Kriege bereit.
II. Die Schutzzöllner.
Wer waren die Schutzzöllner? Wie wir sahen, Inter-essenten und Ideologen, Industrielle und Nationalisten. Werfenwir einen Blick auf jede der beiden Parteien dieses Bündnisses.
I. Die Wucht, mit der die industrielle Minderheit ihrInteresse zur Geltung brachte, wird nur dann verständlich,wenn wir jener Eigentümlichkeit der neuzeitigen russischenIndustrieentwicklung gedenken, die wir bereits oben an einemwichtigen Einzelbeispiel kennen lernten: ihrer grofsen kapita-listischen Konzentrierung.
Die Grofsindustrie wurde von dem Boden Westeuropas fertig nach Rufsland verpflanzt. Ihr kleben weniger die Eier-schalen allmählichen Entstehens an, als der deutschen undselbst der englischen Industrie. Ihre Analogie mag in dieserHinsicht mehr auf amerikanischem Boden liegen. Die weitenund geschützten Märkte des Reiches lohnten sofort Anlagenim gröfsten Stile, während der hohe Zinsfufs und die hohenAnlagekosten nur wenigen die Beteiligung an dem industriellenWettkampf ermöglichten. So findet man z. B. in RufslandSpinnereien allergröfsten Umfanges, welche sonst nur wenigeihresgleichen haben, z. B. die oben geschilderte in Narwa .