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Donezbeckens bilden. Dort liegen die Eisen- und Stahlhüttender Gesellschaft „Neu-Rufsland", welche besser unter demNamen „Hughes-Werke" nach ihrem Gründer, Erbauer und $
Leiter bekannt sind.
Die Kohlen dieser Gruppe sind schwarze, glänzende Fett-kohlen, leicht zerr eiblich, blähen beim Erhitzen infolge derGasentwicklung stark auf und liefern ausgezeichneten Koksfür Hüttenzwecke. Der Schwefel- und Aschengehalt derselbenist in der Regel ziemlich niedrig. Die Kohlenlagerungen sindzahlreich und von einer ansehnlichen Mächtigkeit.
Eisenerze finden sich verstreut im ganzen Kohlenbecken.
Sie sind jedoch nicht über 40—50 °/o eisenhaltig, und wegenihres starken Phosphorgehaltes nur zur basischen Stahlherstellunggeeignet. Auch ist die Ergiebigkeit der einzelnen Lagerstätteneine beschränkte. „Diese an vielen Stellen des Beckens auf-tretenden Vorkommen bilden gewöhnlich einen eisernen Hutan karbonischen Kalkbänken" b Bis jetzt hat man sie wenig ^
und meist ohne Erfolg abgebaut. Auch die Lagerstätte vonKhorsak-Moghila, von welcher vor einigen Jahren viel dieRede war, hat den Erwartungen nicht entsprochen 2 . Es wäreum die Eisenindustrie des Donezbeckens schlecht bestellt ge-wesen, wenn sie auf ihre eigenen Eisenerze beschränktgeblieben wäre.
Neben den Eisensteinlagern des Donezbeckens verfügtdie Eisenindustrie jedoch über die herrlichen Magneteisenstein-lager von Krivoi-Rog . Diese äufserst merkwürdigen Erz-ablagerungen liegen etwa 450 Werst in westlicher Richtungvon den Kohlengruben des westlichen Teiles des Donez-beckens entfernt und stehen mit letzteren heute durch einenSchienenweg in Verbindung. An der Grenze der Gouverne-ments Cherson und Jekaterinoslaw gelegen, erstrecken sich die-selben über eine Fläche von 8000 bis 9000 Defsjätinen undfolgen dem Laufe des Flüfschens Saksagane, welches unfern
1 Zeitschrift für praktische Geologie 1897, S. 183.
2 Ökonomische Kundschau, August 1897, S. 77.